„Electric Fields“ (2024)

Doreen Kaltenecker

Filmkritik: Der Episodenfilm „Electric Fields“ (OT: „Electric Fields“, Schweiz, 2024) von Lisa Gertsch, gewann auf dem 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 den ‚Hauptpreis für den Besten Spielfilm‘, den ‚Preis der Filmkritik – Bester Spielfilm‘ sowie den ‚Fritz-Raff-Drehbuchpreis‘ und konnte darüber hinaus auch noch die Herzen des Publikums erobern. Die Regisseurin erzählt darin von dem Menschlichen, Seltsamen und dem Miteinander.

Überall passiert Magisches und Seltsames: Ein Mann, der eigentlich tot sein sollte und sich trotzdem regt, eine Glühbirne, die ohne Stromzufuhr leuchtet und Menschen, die sich näher kommen und zu schnell wieder verlieren. Auch führen die Wege oft in unbekannte Gebiete und gar in neue Städte. Erlebnisse, Abschiede und Begegnungen sind ein Teil von allem. 

In sechs Episoden ist der Film der schweizer Regisseurin Lisa Gertsch, nach einem eigenen Drehbuch, aufgebaut. Entstanden ist dieser peu à peu und entwickelte sich mit jeder Geschichte weiter. Es geht in den einzelnen Episoden um Menschen, ihre Wünsche, ihr Miteinander und auch um die andere Seltsamkeit, welche das Leben parat hält. Dabei besitzt jede Folge eine andere Stimmung und mal mehr, mal weniger Dialog. Manche Elemente kommen häufiger vor, wie Musik und Vögel. Allen wohnt ein magischer Realismus inne, der dazu beiträgt, dass es sich leichtfüßig und unterhaltsam anfühlt, aber gleichzeitig auch genug poetisches Potential besitzt. Daran schmiegt sich eine gelungene Inszenierung an. Eingefangen ist der Film in passenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen und mit einer guten musikalischen Untermalung, Alle Darsteller:innen spielen ihre Rolle, trotz mancher Albernheit, mit der nötigen Ernsthaftigkeit und schaffen es in der Kürze der Episode ihren Figuren Profil zu verleihen. So entstand ein gelungener, verspielter Episodenfilm, der auf dem 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 mit dem Hauptpreis für den Besten Spielfilm, dem Preis der Filmkritik – Bester Spielfilm und dem Fritz-Raff-Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde. Jetzt startet der Film in der Schweiz und schafft es hoffentlich auch noch in die deutschen Kinos. 

Fazit: „Electric Fields“ ist ein Episodenfilm der schweizer Filmemacherin Lisa Gertsch, welche darin in sechs eigenständigen Kurzfilmen von Menschsein und all den Schwierigkeiten und Schönheiten des Lebens erzählt. Sie findet dafür eine gelungene Bildsprache, den passenden Humor und viele poetische Momente.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart war am 20.06.2024 in der Deutsch-Schweiz

Trailer zum Film „Electric Fields“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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