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Filmkritik: Der Spielfilm „Trap: No Way Out“ (OT: „Trap“, UK/Jemen/USA, 2024) ist der 17. Spielfilm des Plottwist-Regisseurs M. Night Shyamalan und fängt für diesen ungewöhnlich geradlinig und klar an. Kommt der Film diesmal ohne Twists aus?
Der Feuerwehrmann Cooper (Josh Hartnett) und seine Tochter Riley (Ariel Donoghue) besuchen zusammen ein Konzert der Sängerin Lady Raven (Saleka Shyamalan). Während die Tochter sich kaum vor Freude halten kann, dass sie noch Karten bekommen haben, fällt Cooper der große Polizeieinsatz auf. Schnell bekommt er heraus, dass sie hinter ihm her sind, da er als Butcher bekannt ist und 12 Menschen auf dem Gewissen hat. Von nun an muss er nicht nur ein guter Vater sein, sondern auch einen Weg finden, dieser ihm gestellten Falle zu entkommen.
Der neueste Film des Regisseurs M. Night Shyamalan, der mit seinen Filmen wie „The Sixth Sense“ (1999) und seinen alles umkrempelnden Clous Filmgeschichte schrieb. Seit über 20 Jahren macht er Thriller, die mit der ein oder anderen Überraschung aufwarten und begeisterte oder verärgerte mal damit das Publikum. Seit seinem 15. Spielfilm „Old“ (2021) produziert er seine Werke mit der eigenen Produktionsfirma ‚Blinding Edge Pictures‘. Dabei konnte sein letzter Film „Knock at the Cabin“ (2023) gerade mal seine Produktionskosten wieder einspielen. Trotzdem macht er munter weiter und liefert regelmäßig packende Thriller, die man so noch nicht gesehen hat.
Die Ausgangssituation für „Trap: No Way Out“ war aber diesmal nicht die Thriller-Story, sondern die Idee, eine Art langes Musikvideo oder einen Konzertfilm à la „Taylor Swift: The Eras Tour“ (2023) zu machen. Die R&B-Sängerin Saleka ist seine Tochter und mit ihr sponn er die Idee eines Musikfilms, dessen Geschichte sich dann immer mehr zu einem Thriller erweiterte. Das Besondere daran sind die Perspektiven, aus der Sicht des Serienmörders, die lokal begrenzte Location – der Konzertsaal – und dass von Anfang an klar ist, wer hier der Böse ist. Dabei lässt sich der Film in zwei Abschnitte aufteilen, die unterschiedlich funktionieren und so auch unterschiedlich rezipiert werden. Im ersten Teil – dem Konzertteil – wird man beinahe zum Komplizen des Serienmörders, während man im zweiten Teil die Seiten wechselt. Dabei ist die erste Hälfte fast wie ein Heist-Movie (auch mit den typischen Logiklücken) und der zweite ist ein Home-Invasion-Thriller. Auf diese ungewöhnliche Mischung mit einem klaren Cut in der Mitte muss man sich einlassen. So bleibt die Spannung konstant hoch, auch wenn man den Blickwinkel ändert, was aber nach einer Stunde durch die Augen eines Serienkillers blicken auch wohltuend ist.
Inszeniert ist das Ganze mit versierter Hand von M. Night Shyamalan, der wie immer auch das Drehbuch dazu schrieb und mit den Stilmitteln des Genres umzugehen weiß. Auch gelingt ihm der Spagat, einen Konzertfilm für seine Tochter zu schaffen, der sich auch wirklich so anfühlt, und die Spannung nicht abreißen zu lassen. Dafür haben sie ein reales Konzert durchgeführt, auch wenn hier einige regelmäßige Konzertgänger:innen ein paar unlogische Elemente wie die vielen Pausen entdecken werden. Doch die Stimmung und auch die beengte Atmosphäre wird gut eingefangen und bildet einen starken Kontrast zu den Aktionen des Butchers. Dass dies auch so gut funktioniert, liegt an dem Hauptdarsteller Josh Hartnett, der als junger Mann in (Horror-)Teenie-Filmen als sympathischer Sunnyboy wie „The Faculty“ (1998) und „40 Tage und 40 Nächte“ (2002) bekannt wurde. Obwohl er immer gedreht hat, hatte man ihn nicht mehr auf dem Schirm, bis er jetzt mit „Black Mirror“ (in Staffel 6, Folge 3), „Oppenheimer“ (2023) und nun „Trap“ zurückkehrt. Er findet die beängstigende Balance zwischen liebendem Vater und einem eiskalten Killer und ist damit perfekt besetzt. Auch die anderen Figuren wurden gut ausgewählt, wie Ariel Donoghue („Wolf like me“ (seit 2022)) als Tochter, Alison Pill („Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ (2010), „Devs“ (2020)) als Ehefrau und Saleka Shyamalan als Lady Raven, der auch noch eine weitere wichtige Rolle zukommt. Auch wird der ein oder andere Zuschauer:in – vor allem aus der Zielgruppe – sich für die Musik der R&B-Sängerin und Musikerin begeistern können. Für die älteren Semester ist es ein wunderbares Beispiel für den generischen Pop, der aber der heutigen Generation so ans Herz geht. Trotzdem muss natürlich herausgestellt werden, dass die Songs alle eigens und passend für den Film komponiert wurden. So ist der 17. Spielfilm des bekannten Thriller-Regisseurs sehr konsequent und geradlinig und schafft es mühelos, zwei Handlungen zu verbinden.
Fazit: „Trap: No Way Out“ ist ein Thriller und auch ein Konzertfilm von M. Night Shyamalan, der darin seiner Tochter eine Bühne gibt und gleichzeitig eine spannungsgeladene Serienmörder-Geschichte aus einem ungewohnten Blickwinkel erzählt. Mit einigen Twists und sehr geradlinig erzählt er mit inszenatorischem Geschick und guten Darsteller:innen eine sehr unterhaltsame Geschichte.
Bewertung: 8/10
Kinostart: 1. August 2024
Trailer zum Film „Trap: No Way Out“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über den Film „Trap: No Way Out“
- Marie-Luise Goldmann, ‚„Trap: No Way Out“: Warum „Trap“ der unterhaltsamste Film dieses Sommers ist‘, welt.de, 2024
- Oliver Armknecht, ‚Trap: No Way Out‘, film-rezensionen.de, 2024
- Pop Culture Happy Hour, ‚M. Night Shyamalan lays his own parent ‚Trap,‘ and it’s truly bonkers‘, npr.org, 2024
- Der Tele-Stammtisch, ‚Trap: No Way Out | Shyamalan, der Troll‘, tele-stammtisch.de, 2024
- Podcast Movies with My Dad, ‚Trap‘, beyondthecineramadome.com, 2024
- Podcast Truth & Movies: A Little White Lies Podcast, ‚Trap | Babes + Pamela Adlon | Bridesmaids (2011)‘, acast.com, 2024
- Creepy Crypt Podcast, ‚Folge 34 – Longlegs, Trap: No Way Out & Monolith‘, creepycryptpodcast.letscast.fm, 2024
- Manfred Riepe, ‚Kritik zu Trap: No Way Out‘, epd-film.de, 2024



