„Drijf“ (2023)

Doreen Kaltenecker
Letzte Artikel von Doreen Kaltenecker (Alle anzeigen)

Kurzfilm / Belgien / Dokumentation / 2023

Filmkritik: Der belgische Kurzfilm „Drijf“ von Levi Stoops, der u.a. auf dem 66. DOK Leipzig 2023 und dem 36. Filmfest Dresden 2024 zu sehen war, ist ein bitterböser Film über ein Paar, das an die Grenzen seiner Beziehung stößt.

Ein Paar ist zu einem Aussichtspunkt geschwommen, um Delfine zu sehen. Als es langsam spät wird, wollen sie mit ihrem Baumstamm-Floss zurück paddeln. Doch leider verirren sie sich und die hereinbrechende Nacht bringt viele Gefahren mit sich.

Der Filmemacher Levi Stoops, der auch das Drehbuch schrieb, erzählt in seinem Film von einer Beziehung, die bereits in die Jahre gekommen ist. Wie kann man solch eine Verbindung frisch halten? Wie wichtig ist Kommunikation und wie definiert sich Zusammenhalt? All das verpackt er in eine überraschende Genre-Geschichte. Denn die beiden geraten in eine Notsituation und kämpfen plötzlich um ihr Überleben. Das ist teilweise sehr schräg und äußerst brutal. Doch trotzdem behält Stoops das Paar und ihre Dynamik fest im Blick und man schlägt sich als Zuschauer:in ganz unweigerlich auf eine Seite. Dabei findet er einen passenden, auf keinen Fall zu hübschen Look für seine Geschichte. Die Nacktheit der Figuren unterstreicht ihre Verletzlichkeit und bildet einen starken Kontrast zu all dem Wasser, der Dunkelheit und dem vergossenen Blut um sie herum. So entstand ein spannender, überraschender und bissiger Film, der bereits zu Gast auf vielen Festivals war.

Fazit: „Drijf“ ist ein Kurz-Animationsfilm von Levi Stoops, der mit viel Brutalität, Überraschungen und aber auch stets die Beziehungsdynamik im Blick hat, ein ungewöhnlicher Kurzfilm, der lange im Gedächtnis bleibt.

Bewertung: 8/10

Den Kurzfilm „Drijf“ gibt es bei YouTube komplett zum anschauen:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

Kommentar verfassen