„Blutsschwestern“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der Kurzfilm „Blutschwestern“ von Benita Martins, Runa Schymanski und Hannah Rang, der seinen Deutsche Premiere auf dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 feierte, erzählt eine fiktive Geschichte in einem authentischen Gewand, wobei die Regisseurinnen alle Rollen vor und hinter der Kamera gleich selbst übernahmen. 

Drei enge Freundinnen Benita, Runa und Hannah haben in einem Buch ein vergessenes Menstruationsritual entdeckt und begeben sich auf den Roadtrip in die italienische Heimatstadt der Heiligen Maria Theresia Albrici. Ihr Ziel ist es, gemeinsam ins Meer zu menstruieren, wie es schon viele Pilgerinnen im Mittelalter vor ihnen gemacht haben sollen. 

Der 18-minütige Kurzfilm der drei Filmemacherinnen Runa Schymanski, Hannah Rang und Benita Martins erzählt eine fiktive Geschichte – das Buch wie das Ritual haben sie sich ersonne – und ist doch gleichzeitig sehr dokumentarisch. Denn die drei Filmemacherinnen sind real auf diesen Roadtrip gegangen und haben sich dabei gegenseitig gefilmt. So ist der Film eine faszinierende Mischung aus Fiktivem und Dokumentarischem. Dass die Chemie zwischen den Freundinnen aber echt ist und hier eine reale Reise unternommen wurde, ist der perfekte Rahmen für die fiktive Geschichte. Denn ihre Energie ist wunderbar und schwappt auf die Zuschauenden über. Mit ihnen zusammen geht man gerne auf Reisen. Das liegt auch an der sehr persönlichen Kameraführung, bei der jede von ihnen an einem anderen Tag gefilmt hat. Dabei lag es ihnen am Herzen, sich nicht perfekt einzufangen, sondern Frauen so zu zeigen, wie sie sind. Damit ist der Kurzfilm auch eine direkte Kritik an die Filmindustrie, bei dem immer noch zu viel Wert auf falsche Aspekte – gerade was Frauen und das Frauenbild betrifft – gelegt wird. So fügt sich hier alles zusammen – von dem natürlichen und nahbaren Spiel der jungen Frauen, dem Inszenierungsstil und der Mischung aus Realität und Fiktion.

Fazit: „Blutsschwestern“ von Hannah Rang, Benita Martins und Runa Schymanski ist ein feministisches Plädoyer und gleichzeitig ein unterhaltsamer Roadtrip, bei dem Fiktion und Realität gewollt vermischt werden. Mit viel Nahbarkeit, einer authentischen Handkamera und großer Spielfreude nehmen uns die drei Regisseur:innen auf ihre Reise mit. 

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Der Kurzfilm „Blutsschwestern“ läuft im April 2025 bei den Independent Days in Karlsruhe und in Selb bei den Internationalen grenzland Filmtagen.

Quellen:

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