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Kurzfilm / Spanien / Fiktion / 2025
Filmkritik: Der spanische Kurzfilm „Close to September“ (OT: „Casi septiembre“), der seine Weltpremiere im Rahmen des ‚Berlinale Shorts‘-Programms der 75. Berlinale 2025 feierte, erzählt die Geschichte von Menschen, die an Orten leben, die im Sommer zu Urlaubs-Hotspots werden.
Alejandra (Ana Barja) und ihre Familie leben auf einem Campingplatz in einem Ferienort am Meer. Dort sind die Sommer aufregend und die Begegnungen mit Touristinnen laden zu Flirts ein. Am Ende der Urlaubssaison lernt Alejandra Amara (Isabel Rico) kennen, eine junge Frau aus der Stadt. Dadurch werden nicht nur starke Gefühle geweckt, sondern es kommen auch Fragen nach dem eigenen Leben und wie die Zukunft aussieht auf.
Die spanische Regisseurin Lucía G. Romero, die auch das Drehbuch zu dem Kurzfilm geschrieben hat, bringt uns in einen klassischen Ferienort, welcher als einer von vielen im Sommer von unzähligen Touristen überrannt wird. Doch wie ist es, an so einem Ort zu leben? Wie fühlt es sich an, wenn für alle Besucher:innen das Leben dort nur Spaß bedeutet, aber für einen selbst auch harte Arbeit? Hinzu kommt eine schöne, queere Liebesgeschichte und dadurch auch ein gewisser Perspektivwechsel, welchen unsere Hauptfigur dadurch erfährt. Zwar ist Alejandra schon etwas älter, trotzdem kommen hier klassische Elemente von Coming-of-Age-Filmen wie die eigene Selbsterkenntnis, der Umgang mit der eigenen Familie und das Ausloten der eigenen Wünsche ins Spiel. Umgesetzt ist der Film sehr charmant. Gedreht wurde er an verschiedenen Ferienorten entlang der Costa Brava in Katalonien in der Nebensaison. So fängt die Filmemacherin Romero wunderbar den Übergang von der Hauptsaison zu den ruhigen Monaten ein. Das warme Sommerlicht ist zwar noch da, aber hin und wieder schummelt sich schon etwas herbstliche Kühle ins Bild. Hinzu kommt das fantastische Spiel der beiden Hauptdarsteller:innen, deren Spiel so authentisch wie nahbar ist.
Fazit: „Close to September“ ist ein Kurzfilm von Lucía G. Romero, der von einer Liebesgeschichte genauso erzählt, wie von einem Leben an einem Urlaubsort und persönlichen Entwicklungen. Die Regisseurin Romero bündelt all diese Themen in einem leichtfüßigen Kurzfilm, der von dem Spielort, seinen Darstellerinnen und dem Gefühl des Sommers gleichermaßen lebt.
Bewertung: 7,5/10
Trailer zum Kurzfilm „Close to September“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 75. Internationale Filmfestspiele Berlin 2025 – Katalog (Programm ‚Berlinale Shorts‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sechs Fragen an Lucía G. Romero‘, testkammer.com, 2025
- Wikipedia-Artikel über den Kurzfilm „Close to September“
- Jan-Felix Wuttig, ‚Interview with Lucía G. Romero, „CASI SEPTIEMBRE“ („CLOSE TO SEPTEMBER“)‘, youtube.com, 2025Close to September – Wikipedia