„Aid“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der rumänische Kurzfilm „Aid“ von Valentin Fogoros, der auf dem 35. Filmfestival Cottbus 2025 lief, berichtet mit den Mitteln des Kinos von dem Leben in der Grenzregion und wie sich das durch den Angriffskrieg auf die Ukraine geändert hat.

Fane (Cristian Bota) schmuggelt unter dem Deckmantel von humanitärer Hilfe Zigaretten über die Grenze in die Ukraine. Doch dieses Mal wird er aus seiner Routine gerissen, als der junge Oleh (Pavel Bota) sich an Bord seines Autos schleicht. Er beschließt, diesem trotz Sprachbarriere und widrigen Bedingungen zu helfen. 

Der Regisseur Valentin Fogoros, der zusammen mit Adrian Ionescu das Drehbuch schrieb, erzählt in den 17 Minuten von einem routinierten Schmuggler, der seine Tätigkeit auch nach Ausbruch des Krieges fortgesetzt hat. Dabei merkt man ihm die Routine an und dass der kriminelle Akt selbst kein Problem darstellt. Erst als seine Routine durch den Jungen gebrochen wird, steht er vor einem Dilemma. Trotz fehlender Verständigung entscheidet er sich für Hilfe und Mitgefühl. Ab diesem Zeitpunkt fiebert man als Publikum mit ihm mit und kann die Anspannung genauso fühlen. Auf visueller Ebene wurde der Film sehr authentisch umgesetzt. Der Regisseur stammt selbst aus dem Dokumentarfilmbereich und kennt die Gegend, wo gedreht wurde, sehr gut, da dort seine Großeltern leben. So bekommt man einen unverfälschten, kleinen Eindruck von dem Leben vor Ort und den Menschen, die sich jetzt aufgrund der Nähe zur Ukraine auf ein anderes Leben eingestellt haben. Aber gleichzeitig weiß Fogoros auch die cineastische Drama-Palette gut einzusetzen, rutscht dabei nie ins Kitschige ab und erzählt so mit Cristian Bota als gut besetzten Hauptdarsteller eine berührende Geschichte, die zeigt, dass man sich auch im Kleinen und auch egal wie abgeklärt man ist, mitfühlen und helfen kann.

Fazit: „Aid“ ist ein rumänischer Kurzfilm von Valentin Fogoros, der mit einem hohen Grad an Authentizität von einem Leben an der Grenze zur Ukraine erzählt. Aber im Zentrum steht ein Mann, der seine abgeklärte Routine bricht, um zu helfen. Dafür bedient sich der Regisseur den visuellen Mitteln des Kinos und schuf so einen realitätsnahen wie spannenden Kurzfilm.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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