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Filmkritik: Der polnisch-deutsche Kurzfilm „The Good Woman“ von Masha Mollenhauer erzählt nach einem Drehbuch von Larissa Jacobsen von dem Abtreibungsverbot in Polen und dessen Folgen und gewann damit den Jury-Kurzfilmpreis der Stadt Hof auf den 59. Hofer Filmtagen 2025.
Die junge Künstlerin Ewa (Wioletta Kopańska) hat ihre Ausbildung und Karriere mit der Geburt ihres Sohnes Jakub (Lennox Miron Feldmann) auf Eis gelegt. Jetzt steht er kurz vor der Einschulung und sie kann sich wieder ihrer Malerei widmen. Sie ist bereits zu einem Bewerbungsgespräch an der renommierten Kunstakademie in Stettin eingeladen, als sie erfährt, dass sie wieder schwanger ist. Doch dieses Mal möchte sie das Kind nicht behalten.
1993 führte Polen das Abtreibungsverbot ein. Seitdem steht der Schwangerschaftsabbbruch unter Strafe. Auch in Deutschland ist dieser laut §218 Strafgesetzbuch verboten, wird hier aber nicht strafrechtlich verfolgt. Der 23-minütige Kurzfilm beschäftigt sich mit einer Frau, die sich gegen das zukünftige Kind entscheidet. Dabei sehen wir sie als eine Frau, die genau weiß, was sie will. So handelt der Film nicht (wie oft klischeeartig) von Selbstzweifeln, sondern von einem repressiven System, das auf so vielen Ebenen wirkt. Sei es von Seiten des Mannes, der Schwiegermutter, den Ärzten oder von der Politik selbst. Zudem zeigt der Film auch, dass es auch glückliche, intakte Familien treffen kann. So begleitet das Publikum Ewa bei ihrer schmerzhaften und immer wieder verletzenden und demütigenden Tour de Force.
Die Regisseur:in Masha Mollenhauer, die mit der Drehbuchautorin Larissa Jacobsen zusammengearbeitet hat, schafft es, die Schmerzen und Qualen fast spürbar auf die Zuschauer:innen zu übertragen. Der Film stellt sich dabei deutlich auf die Seiten der Frauen und klagt die Gesetzgebung, die politischen Systeme aber auch die gesellschaftliche Einstellung und Umgang mit den Frauen gleichermaßen an. Das gelingt nicht nur durch ein pointiertes Drehbuch, sondern auch durch das starke Spiel der Schauspieler:innen, allen voran Wioletta Kopańska als Ewa. Hinzu kommt eine realitätsnahe Umsetzung, die sich visuell an den Gemälden, welche die Figur Ewa malt, orientiert.
Fazit: „The Good Woman“ ist ein Kurzfilm von Masha Mollenhauer nach einem Drehbuch von Larissa Jacobsen, der sich mit dem Abtreibungsverbot in Polen und dessen schweren Folgen auseinandersetzt. Dicht inszeniert und hervorragend gespielt wird das Publikum von Anfang an in die Geschichte involviert und spürt hautnah das Unrecht, was hier geschieht.
Bewertung: 8/10
Trailer zum Kurzfilm „The Good Woman“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 59. Internationale Hofer Filmtage 2025 – Katalog (Programm ‚Kurzfilme‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sechs Fragen an Masha Mollenhauer und Larissa Jacobsen‘, testkammer.com, 2025
- Eintrag der Regisseur:in Masha Mollenhauer bei Scriptsforsale
- Eintrag der Regisseur:in Masha Mollenhauer an der Hamburg Media School
- Eintrag des Kurzfilms „The Good Woman“ an der Hamburg Media School