„Fish River Anthology“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der finnische Kurzfilm „Fish River Anthology“ von Veera Lamminpää, gesehen im Wettbewerb Umweltfilm des 41. interfilm Festival 2025, erzählt als Stop-Motion-Musical von den Gedanken und Gefühlen von Fischen, die bereits im Supermarkt zum Verkauf liegen.

Kurz vor der Schließzeit des Supermarkts gibt es noch eine kleine Schlange am Fischstand. Doch was wünschen und hoffen die Fische, die dort ausliegen? Wie wird ihre Zukunft aussehen und was hat sie hierher geführt?

Die finnische Regisseurin und Animationskünstlerin Veera Lamminpää, die auch das Drehbuch dafür schrieb, realisierte mit diesem 10-minütigen Kurzfilm zum ersten Mal einen Animationsfilm. Sie entschied sich für die Ausführung in der Stop-Motion-Technik und schuf großartige Fische, deren Haptik, Stofflichkeit und wie sie bemalt wurden, sichtbar sind. Die Liebe zum Detail und die Arbeit, die darin steckt, werden so deutlich. Wunderbar ist auch, wie detailgetreu die verschiedenen Fischarten wie Rotbarsch, Flunder, Hering, Kabeljau und Miesmuscheln eingefangen werden. Doch sie entschied sich nicht nur für Stop-Motion, sondern auch das Genre des Musicals, um sich mit dem Thema Fischessen, -verkauf und wie der Mensch, zum Fisch selbst steht, zu beschäftigen. Dabei schrieb sie die Texte bereits in Reimform und die Komponistin Iiti Yli-Harja erweckte die Songs eingängig zum Leben. Die Fische selbst können nicht performen, dafür aber die umgebenden Objekte und gleichzeitig arbeitet die Filmemacherin wunderbar mit Licht und Rhythmus, so dass den Fischen sozusagen eine Bühne bereitet wird. Der Film erinnert mit seiner Mischung auch an „The Burden“ (2017) von Niki Lindroth von Bahr und transportiert dabei eine ähnliche melancholische Stimmung. Der Film ist so nicht nur unterhaltsam, sondern regt darüber hinaus an, über Fisch- aber auch Fleischkonsum nachzudenken. Auch stellt man sich die Frage nach dem Überangebot in Supermärkten und was mit Lebensmittelabfällen passiert. 

Fazit: „Fish River Anthology“ ist ein Kurzfilm von Veera Lamminpää, der sich auf nicht anklagende Weise mit Fischkonsum und Ernährung im Allgemeinen beschäftigt. Doch dabei konzentriert sie sich nicht auf die Menschen, sondern lässt die Stop-Motion-Fische selbst zu Worte kommen, die sich dann mit melancholischen Gesang mit ihrem Schicksal beschäftigen. 

Bewertung: 4/5

Trailer zum Kurzfilm „Fish River Anthology“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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