- Sechs Fragen an Stéphanie Lansaque und François Leroy - 4. Mai 2026
- „Sisowath Quay“ (2026) - 4. Mai 2026
- Jetzt online! – Der Film „Hard Way: The Action Musical“ - 3. Mai 2026
Kurzfilm / UK / Fiktion / 2018
Filmkritik: In seinem Kurzfilm-Debüt „Corvidae“, welches man u.a. auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival 2019 sehen konnte, verbindet der Regisseur Tom de Ville geschickt eine Coming-of-Age-Geschichte mit einer düsteren Gothic Novel.
Die Außenseiterin Jay (Maisie Williams), die sich von anderen Menschen weitestgehend fernhält, wird zur Verteidigerin einer Krähe. Die Jungs aus dem Dorf (dargestellt von Jamie Davis, Archie Duffy und Joe Wolstenholme) wollen diese gerade misshandeln. Dieser Vorfall verändert Jay auf ungewöhnliche Weise und gibt ihr die Kraft, sich vollends zu wehren.
Der britische Kurzfilm „Corvidae“, das lateinische Wort für Rabenvögel, kann auf ganzer Länge überzeugen. In seinen elf Minuten erzählt er eine gelungene Coming-of-Age-Geschichte, die es schafft, ohne Wort auszukommen. Die Ausdrucksstärke der Darstellerin Maisie Williams, vor allem bekannt aus der Serie „Games of Thrones“ (2011-2019), reicht aus, um die Geschichte zu transportieren. Auch die visuelle Ausgestaltung trägt viel zu der Wirkung des Films bei. In grauen Farben gehalten, bekommt der Film die richtige Grundstimmung. So fängt die Kamera die kalten Monate mit ihren kargen Wäldern und Feldern, die von Düsternis und Melancholie geprägt sind, stilsicher ein. In diesem realitätsnahen Setting baut der Filmemacher Tom de Ville, der hier Regie führte und auch das Drehbuch dafür schrieb, nicht nur eine moralische Botschaft über einen besseren Umgang mit Tieren ein, sondern auch übernatürliche Elemente, welche den Film zu einer Gothic Novel machen. Diese Mischung aus beinahe alltäglicher Geschichte, einer starken weiblichen Hauptfigur und den mystischen Elementen hinterlässt einen bleibenden Eindruck beim Publikum und macht neugierig auf kommende Projekte des Regisseurs Tom De Ville.
Fazit: Der elfminütige „Corvidae“ ist ein starker Kurzfilm, der ganz ohne Worte mit den richtigen Bildern die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens mit übernatürlichen Elementen vereint. Irgendwo zwischen Horror und Drama verortet der Regisseur Tom De Ville seinen Spielfilm und entfaltet damit eine faszinierende Sogkraft.
Bewertung: 8/10
Den Kurzfilm „Corvidae“ hier anschauen:
geschrieben von Doreen Matthei
Quellen:
- 20. Landshuter Kurzfilmfestival 2019 – Katalog (Programm ‚Shock Block‘)
- Doreen Matthei, ‚Sechs Fragen an Tom De Ville‘, testkammer.com, 2019
- Website des Kurzfilms „Corvidae“
- Crowdfunding-Video des Kurzfilms „Corvidae“
- ‚Tom de Ville talks ‘Corvidae’‘, bloddy-flicks.co.uk, 2018
- Eintrag des Regisseurs Tom De Ville bei der Agentur ‚Curtis Brown‘
- James Whittington, ‚Interview with Tom de Ville, director of Corvidae‘, horrorchannel.co.uk, 2018
- ‚Interview Tom De Ville‘, cryticrock.com, 2018
- ‚Corvidae Indiegogo Launch‘, wolfheartproductionsblog.wordpress.com, 2013
- Waylon Jordan, ‚Tom de Ville’s ‘Corvidae’ is a Beautifully Dark Fairy Tale‘, ihorror.com, 2018


2 Gedanken zu “„Corvidae“ (2018)”