“Elementary” (Serie, Staffel 1-2, 2012-2014)

 © CBS Television Studios

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Serienkritik: Die amerikanische Serie “Elementary” wurde 2012 zum ersten Mal ausgestrahlt und versetzt die beiden berühmten Detektive Sherlock Holmes und John Watson, erfunden vom Schriftsteller Arthur Conan Doyle, aus dem England des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in das New York der heutigen Zeit.

Dort ist Sherlock Holmes (Jonny Lee MIller) ein (Ex-)Drogensüchtiger, der dem NYPD (New Yorker Police Department) beim Lösen von schwierigen Fällen hilft. Von seinem Vater bekommt Sherlock eine Suchttherapeutin – Dr. Joan Watson (Lucy Liu) – zur Seite gestellt, die ihn rund um die Uhr überwachen soll, sodass er nicht in seine Heroinsucht zurückfällt. Mit der Zeit entwickelt sie ebenfalls Freude an der beratenden Tätigkeit für die New Yorker Polizei und kann mit ihrem medizinischen Wissen von Nutzen sein. Zusammen mit Captain Thomas Gregson (Aidan Quinn) und Detective Marcus Bell (Jon Michael Hill) lösen sie viele Fälle. Bald kommt auch der Gegenspieler Moriarty zum Vorschein und Holmes trifft auf Personen aus seiner Vergangenheit wie seinen Bruder Mycroft (Rhys Ifans), seine Ex-Freundin Irene Adler (Natalie Dormer) und Scotland Yard Inspektor Gareth Lestrade (Sean Pertwee).

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Die Serie Elementary, die ihren Namen einer berühmten Aussage Sherlock Holmes zu verdanken hat („Oh, this is elementary, my dear Watson“ aus dem Sherlock Holmes Tonfilm von 1929), zog unterschiedliche Kritiken auf sich und kam teilweise mit ihrer Übertragung des historischen Stoffes in die Neuzeit und vor allem nach New York sowie mit Watsons Umwandlung in eine Frau nicht besonders gut an. Schaut man sich auf Fanseiten um, ist man über die Hitzigkeit der negativen Gefechte sehr überrascht. Zudem scheint die Serie neben der britischen Serie “Sherlock” (seit 2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman), die allseits bekannt und beliebt ist, unterzugehen. Doch gerade die große Veränderung beider Protagonisten macht den starken Reiz der Serie des Amerikaners Robert Doherty aus. Sein Sherlock besitzt den gleichen analytischen Verstand, die gleichen sozialen Umgangsschwächen und steht genauso unter Strom. Doch durch seine eingestandene Suchtkrankheit und die begangenen Fehler in der Vergangenheit ist er ein Stück weit geläuterter. So irrt er sich manchmal auch und lässt öfters die Zuschauer wie Watson an seinen Gedankengängen teilhaben. Er ist nicht so unnahbar wie die sonstigen Sherlocks, obwohl er seine kratzbürstige Art nur selten ablegt. Die Figur Watson nun, die schon immer einen weicheren und emotionalen Kern besaß, wird zu einer Frau. Die Transformation gelingt und gibt neue Perspektiven und Spannungsfelder frei. Die expliziten Einblicke in die Vergangenheit der beiden, gibt der Serie Tiefe und den Figuren Emotionalität. Gespielt werden die beiden von Jonny Lee Miller und Lucy Liu. Seine Darstellung ist exzentrisch und etwas eigenwillig. Sie dagegen überzeugt mit Ruhe, Sanftheit und kann wunderbar als Sympathieträgerin fungieren. Wie immer nimmt Watson den Zugangspart für den sperrigen Charakter Sherlock ein. Auch in den Nebenrollen ist die Serie sehr gut besetzt und vor allem die Auftritte von Rhys Ifans bereiten große Freude.

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Die zu klärenden Fälle erinnern dabei meist an typische Detektiv- und Kriminalserien. Sie orientieren sich dabei nicht offenkundig an den niedergeschriebenen Fällen von Doyle, sondern zitieren einen gewissen Serien-Standardkanon. Da hätten die Serienmacher gern mehr Kreativität walten lassen können, da einige Fälle recht schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwinden. Nur stellt sich da aber auch die Frage, ob die wiederholte Aufarbeitung der klassischen Fälle diese spannender gemacht hätten. Man hätte, wie viele Fans vorschlagen, die Serie einfach als Detektiv- und nicht als Holmes-Serie aufziehen sollen, da so viele Veränderungen getroffen wurden. Aber gerade darauf basieren ja viele gedankliche und reizvolle Spielereien. Die Übertragungen bieten viele Möglichkeiten und lassen die Serie “Elementary” als etwas Eigenständiges erscheinen, sodass es sich lohnt die Serie ohne Vorurteile anzuschauen.

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Fazit: Die ersten zwei von bisher insgesamt vier erschienen Staffeln der Serie “Elementary” transportieren gelungen die beiden beliebten Detektivfiguren Sherlock Holmes und John Watson in das heutige New York. Dabei wurden die Originalcharaktere teilweise stark verändert und bieten so andere Ansatzpunkte. Durch die Einführung des weiblichen Watson bekommen die Fälle, welche sich meist nicht von typischen Detektiv-Serien-Fällen unterscheiden, teilweise einen gefühlsbetonteren Anstrich. Auch die Figurendynamik ist eine andere. So muss die Serie als eigenständiges Werk gelten, das es verdient mit offeneren Augen angesehen zu werden, da sie wunderbar zur Unterhaltung geeignet ist.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

auf Netflix Staffel 1 & 2

Quelle:


Siehe auch Rezension “Elementary – Staffel 3

3 Gedanken zu ““Elementary” (Serie, Staffel 1-2, 2012-2014)

  1. Sherlock konnte mich nicht reizen mit diesem Kummerbätsch *lol*
    Aber elementary und speziell Miller ist genial als Sherlock. Ich hab mir die 4 Staffeln so reingesogen :) Das Watson eine Frau ist, damit habe ich kein Problem.
    Gar kein Watson wäre schlimmer gewesen.

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