“La La Land” (2016)

 © SND

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Filmkritik: Die Kritiker sind sich über “La La Land” (OT: “La La Land”, 2016, USA) einig. Der Regisseur Damien Chazelle (bekannt durch “Whiplash” (2014)) und sein neuestes Werk beleben ein (so heißt es) totes Genre wieder und füllen es mit realistischem Leben. Bei den Golden Globes konnte er bereits viele Preise gewinnen und auch bei der Oscarverleihung (14 Nominierungen) wird er bestimmt nicht leer ausgehen.

Im heutigen Los Angeles versuchen Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling) ihr persönliches Glück zu finden. Während Mia von einem Casting zum nächsten rennt, um endlich ihre Schauspielerträume zu erfüllen, versucht der Jazzpianist Sebastian einen eigenen Club zu eröffnen, in dem nur traditioneller Jazz gespielt werden wird. Als sich die beiden das erste Mal begegnen ist es keine Liebe auf den ersten Blick, sondern es sind einige Treffen nötig, bis ihre träumerischen Herzen zueinander finden. Gegenseitig wollen sie sich bei der Verwirklichung ihrer Träume helfen, doch die Realität holt sie schnell ein.

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Der zweite Kinofilm des amerikanischen Regisseurs Damien Chazelle handelt wieder von der Liebe zur Musik, aber nun auch noch auf mehreren Ebenen. So spielt Musik nicht nur in der Geschichte selbst eine Rolle (auch hier wieder vor allem der von Chazelle angebetete Jazz), sondern der ganze Film wurde als Musical realisiert. Der Film startet konventionell mit einer Tanz- und Gesangsnummer von professionellen Tänzern und Sängern und lässt das Herz aller Musical-Fans höher schlagen. Doch schnell wird klar, dass Chazelle kein typisches Musical im Sinn hatte. Natürlich ist der Film eine Hommage an alte Musicals, doch mit dem Einsatz von Ryan Gosling (bekannt aus “Drive” (2011) und “The Nice Guys“ (2016)) und Emma Stone (zu sehen u.a. in “Magic in the Moonlight” (2014) und bereits mit Gosling in “Er steht einfach nicht auf dich” (2009)), die beide keine ausgebildeten Tänzer sind, dekonstruiert Chazelle das Genre. Das heißt nicht, dass Stone und Gosling nicht geeignet wären für die Rollen. Sie passen ausgesprochen gut in die Optik und die Stimmung des Films. Aber gerade im gesangstechnischen Bereich kann man doch einen Unterschied zu professionellen Sängern erkennen. Auch der Tanz, der schön choreographiert ist, wirkt selten perfekt. Aber gerade diese Dekonstruktion war beabsichtigt. So verläuft auch die Geschichte selbst. Anfänglich erkennt man ein klares Schema mit vermeintlichem Happy-End. Doch mehr und mehr schleichen sich die Melancholie und die Realität ein, welche immer wieder die Oberhand übernehmen und das so fröhlich klingende “La La Land” (ein Ausdruck für Los Angeles) in den Bereich eines Dramas rücken. Die Optik dagegen bleibt stets fröhlich, ist wunderschön anzusehen und verortet die Bilder immer ins Märchenhafte. Diese Kluft zwischen Realität und Märchen ist der Kern von Chazelles neuestem Werk. Die Zuschauer, die also nur eine leichte Komödie erwarten, könnten von diesem Film enttäuscht werden. Doch Besuchern, die einen Bruch oder eine andersartige Genremischung auch mal interessant finden, wird der Film gut gefallen. Gerade dieser Aspekt wird “La La Land“ all die positiven Kritiker-Hymnen und die vielen Nominierungen und Auszeichnungen eingebracht haben.

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Fazit: Der Musicalfilm “La La Land” von Damien Chazelle erhält nicht zu Unrecht so viel Aufmerksamkeit von den Kritikern. Er dringt mit seinem Film in ein Genre ein, das er mit seiner realistischen Story und den unprofessionellen Sängern kräftig durcheinander schütteln will. So muss das Publikum selbst entscheiden, ob es sich für diese neue Musicalvariante begeistern kann. Wenn man sich drauf einlassen kann, schafft es der Film zu bewegen, zu unterhalten und mit seiner schönen Optik zu bezaubern.

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von Studiocanal

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