“Teufelszeug” von Joe Hill (2010)

Buchkritik: Vom Horror-Großmeister Alexandre Aja (*1978), bekannt für Filme wie “The Hills have Eyes” (2006), kam vor drei Jahren die Verfilmung des Romans “Teufelszeug” (OT: “Horns”, 2010) von Joe Hill in die Kinos. Dieser Film zeigte, dass Daniel Radcliffe mehr als nur Harry Potter spielen kann und machte neugierig auf die 544 Seiten lange Buchvorlage.

Der Roman erzählt die Geschichte von Ignatius ‘Ig’ Perrish, der vor einem Jahr seine über alles geliebte Freundin Merrin verloren hat. Sie wurde ermordet und die ganze Stadt glaubt, dass Ig es war, da die beiden am Vorabend einen schlimmen Streit hatten. Ein Jahr später gilt er immer noch als ihr Mörder und kann ihren Tod und die Schuld, die er sich gibt, nicht überwinden. In einer alkoholisierten Nacht schwört er dem Teufel seine Treue. Am nächsten Morgen wacht er nicht nur mit einem schlimmen Kater auf, sondern ihm wachsen außerdem zwei Hörner auf der Stirn. Diese bewirken, dass die Menschen in seinem Umkreis ihm stets die Wahrheit sagen und ihre innerste Gedanken ausleben wollen. So hat Ig endlich die Möglichkeit den Mörder seiner Freundin zu finden. Doch womit er nicht gerechnet hat, ist die menschliche Grausamkeit in all ihren Facetten, die sich ihm auf einmal offenbart.

Das Buch steigt schnell in das Geschehen ein und liefert mit vielen Rückblenden alle Details. So kommen im Buch auch immer wieder Perspektivwechsel vor, welche die Ereignisse aufs Neue beleuchten. Dadurch ändern sich nicht nur die Charaktere, sondern nach und nach schließen sich alle Fragen und ein rundes Bild entsteht. Das Buch des amerikanischen Autors Joe Hill liefert ein rundum gelungenes Bild mit einer tragischen Geschichte, in der Spannung, aber auch Humor und natürlich jede Menge Gefühl Platz haben. Hinzukommen die vielen Nebencharaktere, die alle ihr Innerstes offenbaren. Das macht viel Freude, so dass man länger mit Ig durch die Gegend streifen möchte.

Hill ist das Pseudonym von Joseph King, dem ältesten Sohn des berühmten Schriftstellers Stephen King. So kommt man nicht umhin zu erkennen, dass die Erzählweise an Werke wie “Dead Zone” (1979) seines Vaters erinnert. Doch Hill findet seine eigene Sprache. Diese ist leicht verständlich und von Umgangssprache geprägt, dabei aber nie zu flach und unausgegoren. So bereitet das Lesen viel Vergnügen auf allen Ebenen.

Fazit: Der Roman “Teufelszeug” von Joe Hill überzeugt auf ganzer Länge. Der älteste Sohn von Stephen King schuf mit seinem dritten Werk ein packendes Buch, das es schafft die Spannung bis zum Ende zu halten. Dabei vergaß der Schriftsteller aber nicht die Gefühlsebene, Humor und viele interessante Nebencharaktere einzubauen. Die Hauptfigur Ig Perrish auf seinem schmerzlichen Weg zu begleiten, bereitet viel Freude und man möchte das Buch kaum zur Seite legen.

Bewertung: 5/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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