“American Assassin” (2017)

Filmkritik: Die Politthriller des amerikanischen Autors Vince Flynn (1966-2013) gehören zur Standard-Unterhaltung dieses Jahrhunderts für die Amerikaner. Vor allem Soldaten in Übersee und Fans von Militär-Spionage-Action erfreuen sich an den Romanen, die es alle auf die Bestsellerliste der New York Times geschafft haben.

Mitch Rapp (Dylan O’Brien) verlor durch einen Terroranschlag seine Verlobte und sinnt nun auf Rache. Doch kurz vor seinem Ziel greift die CIA unter der Leitung von Irene Kennedy (Sanaa Lathan) ein und er schließt sich eher unfreiwillig der geheimen Spezialeinheit “Orion” an. Diese wird von dem alten Navy Seal Stan Hurley (Michael Keaton) geleitet. Nach einer harten Ausbildung kommt es schnell zum ersten Einsatz, bei dem sich die Agenten zusammen mit der in Instanbul stationierten Agentin Annika (Shiva Negar) auf die Suche nach einer Menge verschwundenem Plutonium und dem Söldner Ghost (Taylor Kitsch) machen.

Der sehr früh verstorbene Autor Vince Flynn schuf seit 1999 Romane über den CIA-Agenten Mitch Rapp. Sein Werk umfasst dabei 13 Romane, welche fast alle auch international bekannt wurden und so auch ins Deutsche übersetzt wurden. Nach seinem Tod wurde die Reihe bereits mit drei weiteren Romanen von Kyle Mills fortgesetzt. Die Basis für die Verfilmung ist nicht das erste Buch der Reihe. 2010 schenkte Flynn seiner Fangemeinschaft, was sie sich gewünscht hatten: Die Anfänge des Agenten. “American Assassin – Wie alles begann” war der perfekte Ausgangspunkt um Mitch Rapp auf der Leinwand zu etablieren. Dabei wurde die Vorlage recht freizügig adaptiert, so wurden die traumatischen Geschehnisse verändert, der Gegenspieler Ghost hinzugefügt und das Tempo der Geschichte erhöht. Die vier Autoren, die zusammen das Drehbuch kreierten, standen dabei mit der CIA und der Witwe Flynns in Kontakt, um dem Werk und der Realität gerecht zu werden. Entstanden ist daraus ein klassischer Spionagefilm im modernen Setting mit allen notwendigen Zugaben: Vertrauensbrüche, ein böser, weltumfassender Plan, eine persönliche Komponente, eine heiße Agentin, beinharte Action und eine Entwicklung des Helden. Der Film unter der Leitung von Michael Cuesta (bekannt als einer der Regisseure aus der Serie “Homeland”) ist ein stimmiges, aber sehr vorhersehbares Actionfilm-Genrestück, was es zwar wagt, von der Vorlage abzuweichen, aber nicht neue Wege zu gehen. Zudem merkt man dem Film das zutiefst Amerikanische an, was vermutlich auch durch die Anwesenheit der CIA am Set bedingt wurde. Handwerklich ist der Film gut gemacht und liefert mit seiner realitätsnahen Action und seinen Live-Settings einen guten Rahmen. Auch die Darsteller, darunter vor allem der recht unverbrauchte Darsteller Dylan O’Brien (bekannt aus den “Maze Runner”-Filmen (2014/2015)), liefern eine gute Figur ab, vor allem im Zusammenspiel mit dem alten Haudegen Michael Keaton. Herausgekommen ist dabei ein solider Actionfilm, der viele Klischees und Stereotypen bedient und ein bestimmtes, sehr amerikanisches Weltbild über alles stellt. Doch für leichte Unterhaltung für Fans des Genres kann der Film bestimmt genügend Schauwerte bieten.

Fazit: Der Spielfilm “American Assassin” liefert klassische Action in einem modernen Umfeld. Alle aktuellen Themen werden aus amerikanischer Sicht mit den Figuren aus den Romanen zusammen in einen klassischen Actionfilm umgewandelt, der mit den typischen Versatzstücken und Wendungen daher kommt. Der Film wird vermutlich nur bei Fans der Vorlage auf starkes Interesse stoßen, ansonsten hebt sich dieser Actionfilm nicht nennenswert von der Masse ab und wird nicht lange im Gedächtnis bleiben.

Bewertung: 5/10

Der Trailer zum Kurzfilm:

Kinostart: 12. Oktober 2017, DVD-Start: unbekannt

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • Pressematerial von Studiocanal Deutschland
  •  Wikipedia Vince Flynn 

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