„The Stutterer“ (2015)

Doreen Kaltenecker

Kurzfilm / UK / Fiktion / 2015

Filmkritik: Auf den 27. Bamberger Kurzfilmtagen 2017 lief im Programm ‚Aus anderer Sicht‘ der britische Kurzfilm „The Stutterer“ von Benjamin Cleary. Dieser wurde 2016 mit einem Oscar als ‚Bester Kurzfilm‘ ausgezeichnet.


Der Typograph Carsen Greenwood (Matthew Needham) lebt durch sein Stottern sehr zurückgezogen. Er schreibt schon eine Weile mit Ellie (Chloe Pirrie), aber als sie ihn treffen will, gerät er in Panik. In seinem Kopf und beim Schreiben kann er sich wunderbar artikulieren, doch in der Realität fällt ihm jedes Wort schwer. Doch Ellie lässt sich einfach nicht von der Idee abbringen.

Der britische Film des irischen Filmemachers Benjamin Cleary, der Regie führte und das Drehbuch schrieb, zeigt mit feinem Humor und einem fantastischen Erzählstil samt wunderbar eingefangenen Bildern, wie schwer es sein kann, sich nicht artikulieren zu können. Durch den Off-Kommentar, der den Zuschauer:innen die klugen Gedanken von Carsen offenbart, wird die Diskrepanz spürbar. Doch ist der rundum stimmig inszenierte Film kein Drama oder eine Wehklage, sondern erzählt mit Witz und einer angenehmen Pointe von den Alltagsproblemen. So entstand ein 12-minütiger Feel-Good-Movie, dessen Figuren man das Happy End natürlich wünscht. Auch der Oscar-Gewinn dieses Debütfilms von Cleary ist verdient und könnte ihm die richtigen Türen öffnen, so dass man vielleicht bald einen Langfilm des Jungregisseurs zu sehen bekommt.

Bewertung: 9/10

Trailer des Kurzfilms „The Stutterer“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

2 Gedanken zu “„The Stutterer“ (2015)

Kommentar verfassen