„Deadpool 2“ (2018)

© Twentieth Century Fox Germany

Filmkritik: Das Marvel-Universum hat viele Arten von Superhelden hervorgebracht, aber der rotzfreche und ständig die vierte Wand durchbrechende Deadpool fällt trotzdem in der Masse der Superhelden auf. Als 2016 “Deadpool” in die Kinos kam, war er der Überraschungshit. Trotz eines verhältnismäßig geringen Budgets wurde ein Film produziert, der den Vergleich zu großen Blockbustern nicht scheuen musste und über 700 Millionen Dollar einspielte. Nun folgt, wie könnte es anders sein, der zweite Teil aber unter anderer Regie: “Deadpool 2” (OT: “Deadpool 2”, USA, 2018).

© Twentieth Century Fox Germany

Wade Wilson (Ryan Reynolds) nimmt sich seiner neuen Superheldenrolle an und verkloppt als Deadpool im großen Stil Bösewichte. Dabei nimmt er den moralischen Kodex nicht so ernst. Zuhause wartete seine fantastische Freundin Vanessa (Morena Baccarin), die stets das Gute in ihm erkennt. Dies wird von Deadpool auch wieder abverlangt, als der aus der Zukunft stammende Schurke Cable (Josh Brolin) es auf den Teenager Russell (Julian Dennison) abgesehen hat. Wade alias Deadpool setzt seine Mutantenkräfte dafür ein, um den Jungen zu beschützen und stellt sich mit einer neuen Truppe, der sogenannten X-Force, darunter auch Domino (Zazie Beetz) gegen Cable.

© Twentieth Century Fox Germany

Basierend auf unzähligen Comics aus dem Hause Marvel entstand auch der zweite Deadpool-Film. Nachdem Ryan Reynolds Start in der Comic-Verfilmungswelt als Green Lantern gefloppt ist, hat er sich mit der Deadpool-Figur, einen der frechsten Charaktere aus dem Marvel-, speziell aus dem X-Men-Universum, ausgesucht. Eigentlich gehören die Filme, ob nun die erste Trilogie oder die zweite, über Professor Xavier und seine Mutantenschülertruppe zu den ernsteren Ablegern Marvels. Doch Deadpools Figur sieht selten etwas mit Ernst. Der Humor ist wie im ersten Teil geprägt von vielen brutalen und tiefschlagenden Witzen, Metaebenen (so macht sich Ryan gern über Ryan lustig), dem Durchbrechen der vierten Wand und der konsequenten Entwicklung der Geschichte mit allerlei Toten, abgetrennten Gliedmaßen und Verlusten. Es gab Gerüchte, dass es zu Reibereien zwischen Ryan Reynolds, der dieser Linie treu bleiben wollte, und dem Regisseur des ersten Teils, Tim Miller, gekommen sei. So übernahm im zweiten Teil David Leitch, der bisher vor allem als Stunt-Coordinator tätig war, aber als Regisseur schon mit “Atomic Blonde” (2017) auf sich aufmerksam machte.

© Twentieth Century Fox Germany

Auch wenn der Film auf den ersten Blick eine Reynolds-One-Man-Show liefert, zieht er seinen Charme auch aus den Nebencharakteren. Freude bereiten dabei Negasonic Teenage Warhead und ihre lesbische Freundin Yukio (dargestellt von Brianna Hildebrand und Shiori Kutsuna). Aber auch der Bösewicht Cable, besetzt mit Josh Brolin, welcher vor kurzem im kompletten CGI Look Thanos in “Avengers: Infinity War” (2018) gab, und die neue Gefährtin Domino (Zazie Beetz) bringen viel Witz und vor allem in der Interaktion mit Deadpool ein. Ganz wunderbar sind auch die kurzen Gastauftritte, wie der wirklich nur kurz sichtbare Brad Pitt und Bill Skarsgård (bekannt als Clown aus “Es”  (2017)).

© Twentieth Century Fox Germany

Auch in der Ausgestaltung bleibt sich der Film treu. Er baut ähnliche Elemente (wie die geschrumpften Körperteile) ein und setzt die Actionszenen geballt und sehr amüsant ein. Mit seinen Kampfszenen und den dazugehörigen Kommentaren von Deadpool setzt sich der Film von der Masse ab und langweilt nie. So gehen Story, Actionszenen und Humor Hand in Hand. Schauspieler, Charaktere, Ausgestaltung und Geschichte ergeben eine rundum gelungene Unterhaltung, auch wenn vielleicht der ein oder andere Witz zu tief zielt, aber das nimmt man gern in Kauf.

© Twentieth Century Fox Germany

Fazit: Der Spielfilm “Deadpool 2” ist eine gelungene Fortsetzung, welche mit ähnlichem Humor und einer erneut übertriebenen Charakterzeichnung aufwartet. Doch statt nur eine reine One-Man-Show von Ryan Reynolds zu werden, werden neue, interessante Charaktere eingeführt, deren Zusammenspiel viel zur Wirkung des Films beiträgt. Die Geschichte aus dem X-Men-Universum ist dabei derb, erfrischend und auch wenn nicht jeder Witz gelingt die perfekte Kinounterhaltung.

Bewertung: 8/10

Kinostart: 17. Mai 2018, DVD-Start: 31. Oktober 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.