Ausstellung “Wim Wenders. Sofort Bilder” (C/O Berlin)

7.7.-22.9.2018 / C/O Berlin / Eintritt 10 €

Wim Wenders. Sofort Bilder

Ausstellungsbericht: Der deutsche Filmemacher Wim Wenders (*1945) gewann mit Filmen wie “Der Himmel über Berlin” (1987) über die Jahre ein treues Publikum und startete in diesem Jahr gleich mit zwei Filmen in den deutschen Kinos (“Papst Franziskus”, “Grenzenlos”). Für Freunde seiner Arbeit, die vor allem auch die Zusammenarbeit mit Peter Handke (*1942) wie in “Die Schönen Tage von Aranjuez” (2016) schätzen, gibt es zur Zeit noch mehr Wim Wenders. Im Fotografiemuseum C/O Berlin kann man noch bis fast Ende September die BIlderschau “Wim Wenders. Sofort Bilder” sehen.

Der Regisseur Wenders, Baujahr 1945, hat bereits vor längerem bekannt, dass er zwar ohne das Filmemachen leben könnte, aber nicht ohne die Fotografie. Die Ausstellung zeigt 240 Werke aus den 70er und 80er Jahren. Dabei handelt es sich vor allem um Bilder aus Amerika, welche Wenders damals mit der neuartigen Polaroid SX-70 geschossen hat. So sehen wir vor allem amerikanische Landschaften und Großstädte. Selten bevölkern Menschen seine Bilder. Wenders Aufmerksamkeit galt dabei vor allem den Gegenständen, den Landschaften und eine Zeit lang fotografierte er den Fernseher mit Filmen ab. So entstanden die meisten Fotos aus Recherchezwecken und zeigen doch Wenders Blick auf die Welt.

Die Schau ist ein buntes Panoptikum und lässt den Besucher in die Psyche von Wim Wenders eintauchen. Mit den selbstgeschriebenen leitenden Texten zeigt Wenders seine Abneigung gegen die Handygeneration und seine absolute Liebe zur Analogfotografie. Seelenlos wird die heutige Art des Fotografierens von ihm verpönt. Dabei bekommt man als Besucher beim Betrachten der Bilder von Zeit zu Zeit das Gefühl, dass Wenders ebenfalls unkontrolliert und gefühlt alles fotografiert hat, als ob es keinen Film kosten würde. So sind in dieser Ausstellung oft banale oder verschwommene Fotos zu sehen, die nichts von der gepriesenen Analog-Poesie offenbaren. Zwar bekommt der Betrachter einen guten Eindruck von seiner Zeit in Amerika, aber wo ist hier der Unterschied zur heutigen Reise-Fotografie mit dem Handy auszumachen?

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Wim Wenders Stiftung kuratiert. Das merkt man der Schau an. Es fehlt ihr an Objektivität und die Freiheit für den Besucher, sich selbst eine Meinung bilden zu können. Es wäre schön gewesen, wenn durch die Schau der Zauber der Analogie-Fotografie sich ohne vorgegebene Denkweise aufgetan hätte. Fans des Sofort-Bildes und des Regisseurs Wenders werden trotzdem begeistert sein. Auch Freunde der Fotografie und des Films werden interessante Aspekte in der Ausstellung für sich entdecken können. Nur sollte man darauf vorbereitet sein, hier eine Schau zu sehen, bei der man das Gefühl hat, dass der Fotograf selbst über vieles erhaben zu sein scheint.

Fazit: Die Fotografieausstellung “Wim Wenders. Sofort Bilder” zeigt 240 Polaroids aus den 70er und 80er Jahren des Filmschaffenden. Dabei sammelt er während seiner Recherchereisen Impressionen Amerikas und offenbart seine Ansichten über Fotografie, vor allem in Bezug auf die heutige Selfie-Generation. Das muss man nicht unbedingt gutheißen, aber Gefallen kann der Betrachter an den Bildern allemal finden. So bereitet die Ausstellung (Dauer ca. eine Stunde) Freude und bietet Einblicke in die Gedankenwelt des international bekannten und viel beachteten Regisseur Wim Wenders.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:


Weitere Ausstellungsberichte aus dem C/O Berlin in der Testkammer


Ich wünsche dem heutigen Geburtstagskind alles Gute. 

2 Gedanken zu “Ausstellung “Wim Wenders. Sofort Bilder” (C/O Berlin)

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