“Princess” (2017)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2017

Filmkritik: Auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival lief in der Eröffnungsveranstaltung der Debüt-Kurzfilm “Princess” des Schauspielers Karsten Dahlem. Er erzählt eine realitätsnahe und sensible Geschichte und hat sich damit das Prädikat ‘Besonders wertvoll’ der Deutschen Medien- und Filmbewertung (FBW) für seinen Kurzfilm verdient.

Der 11-jährige Ole (Phillip Breu) ist ein typischer Dorfrabauke, der nach der Schule besonders gern die Außenseiter ärgert. Dazu gehört auch die etwas tollpatschige und dickliche Davie (Ava Taremizad). Als sie aber eines Tages beobachtet, wie sich Ole zuhause heimlich mit Schminke und einem Kleid in eine Prinzessin verwandelt, hat sie ihn in der Hand und er soll ihr bei ihrem Projekt helfen, was vermutlich das Leben beider auf den Kopf stellen wird.

Der versierte Schauspieler Karsten Dahlem (*1975), hat sich bereits mit dem Film “Freier Fall” (2013), wo er als Drehbuchautor tätig war, der Arbeit hinter der Kamera zugewandt. Mit “Princess”, für das er gemeinsam mit Stephan Lacant das Drehbuch schrieb, gibt er sein Debüt als Regisseur. Der 16-minütige Kurzfilm besticht mit seiner realitätsnahen Geschichte und dem unerwarteten Ende, was nicht den gängigen Bilderbuch-Klischees entspricht. Das sensible Porträt gibt zwei Außenseitern und ihren Wünschen einen Rahmen. In stimmigen Filmaufnahmen fängt er die Geschichte der beiden ein und findet so einen poetischen Weg diese zu erzählen. Er benutzt dafür eindringliche Bilder, welche teilweise stilisiert sind und  bestimmt auch Erinnerungen an die eigene Kindheit wecken können. Getragen wird der Kurzfilm von den hervorragenden Kinderdarstellern Phillip Breu und Ava Taremizad, welche beide ihre Figuren samt einer nachvollziehbaren Entwicklung und mit viel Echtheit spielen. Im Gesamten ist Dahlems Debüt “Princess” ein gelungenes Kleinod mit Herz, Authentizität und einer wichtigen Botschaft, welche mühelos und leichtfüßig durch die Geschichte und dessen beider Helden transportiert wird.

Bewertung: 8/10

geschrieben von Doreen Matthei

Nachtrag: Die Thematik und der sensible Umgang damit ähneln dem australischen Kurzfilm “Mrs. McCutcheon”. Eine Empfehlung!

Quellen:

2 Gedanken zu ““Princess” (2017)

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