“How to Party with Mom” (2018)

Filmkritik: Bald wird man Melissa McCarthy und ihr komödiantisches Talent in “Happytime Murders” wiedersehen. Seit ihren Anfängen als Serienfigur Sookie in “Gilmore Girls” (2000-2007) hat sich die Schauspielerin zu einem beliebten Comedy-Star entwickelt. Gute Beispiele dafür sind “Spy: Susan Cooper Undercover” (2015) und “Ghostbusters” (2016). Mit ihrem Ehemann und Schauspielerkollegen Ben Falcone, welcher sich als Regisseur auf Komödien mit ihr spezialisiert hat, sind weniger überzeugende Komödien wie “Tammy – Voll abgefahren” (2014) und “The Boss” (2016) entstanden. Mit “How to Party with Mom” (OT: “Life of the Party”, USA, 2018) kam nun einer neuer Falcone-McCarthy-Film in die Kinos, der aber durch eine unerwartete Ausgestaltung des Hauptcharakters und mit skurrilen Nebenfiguren mehr Spaß macht als erwartet.

Kurz nachdem Maddie (Molly Gordon) flügge geworden ist und das College begonnen hat, eröffnet ihr Vater Dan (Matt Walsh) seiner Frau Deanna (Melissa McCarthy), dass er sich scheiden lassen will, um mit Marcie (Julie Bowen) zusammen zu sein. Das stürzt Deanna in eine tiefe Krise und so beschließt sie einen Neustart.Sie will ihr Studium abschließen, was sie abgebrochen hat, als sie schwanger wurde. Dazu meldet sie sich kurzerhand in der Universität ihrer Tochter an und beginnt ihr Archäologiestudium aufs Neue. Sie findet auch neue Freunde und sogar einen Liebhaber, so dass einem neuen Leben nichts im Weg zu stehen scheint.

Der Spielfilm “How to Party with Mom” unterscheidet sich kaum von Filmen jenes Colours. Die Geschichte verläuft dabei wie erwartet und bekommt natürlich auch das verdiente Happy End. Auch schlägt mancher Witz unter die Gürtellinie und nicht jede Pointe geht auf. Aber einer Sache war unerwartet: Eine dickliche Frau im Oma-Pulli geht wieder zur Uni und möchte unbedingt jung wirken. Da wäre das Fremdschämen vorprogrammiert. Doch Melissa McCarthys Figur geht damit viel souveräner um, als erwartet. Zwar ist ihrer Tochter manches peinlich, aber dem Zuschauer eher weniger. Denn Deanne findet Freunde, bekommt die richtige Dosis Anerkennung und kann sich gegen die Uni-Schlampen zu Wehr setzten. Dies verleiht der sonst recht typischen Geschichte viel Sympathie, so dass man sich als Zuschauer nicht Fremdschämen oder Langweilen muss.

Dass dies so gut funktioniert liegt auch an den unerwartet erfrischenden Nebenfiguren. Während Maya Rudolph (oft zu sehen mit McCarthy zusammen) etwas die Fremdschäm-Witze auf sich nimmt, überzeugt Gillian Jacobs als ehemalige Koma-Patientin und hat viele Lacher und Sympathien auf ihrer Seite. Die Figuren sind zwar überzeichnet, aber nicht in die Richtung, in die man es unbedingt erwarten würde und das ist ungemein erfrischend. Auch Melissa McCarthy muss glücklicherweise schon etwas länger nicht mehr die undankbaren peinlichen Rollen von humoristischen dicken Menschen übernehmen, wie es Kollegen wie Rebel Wilson (“Der Spion und sein Bruder”) immer noch tun. Sie darf als selbstbewusste und auch attraktive Frau auftreten. Das macht Laune. Im Gesamten spielt das Ensemble einige Drehbuchschwächen einfach weg und unterhält damit recht solide. Dazu schmiegt sich die Inszenierung und Musikuntermalung unauffällig an.

Fazit: Ben Falcones neueste Zusammenarbeit mit seiner Frau Melissa McCarthy – “How to Party with Mom” – folgt den Stereotypen des Genres, verzichtet aber auf angenehme Weise darauf, zu oft unter die Gürtellinie zu schlagen oder den Zuschauer fremdschämen zu lassen. Auch wenn dem Film ein bisschen weniger Slapstick-Elemente noch besser getan hätten, kann er vor allem mit seinen kreativen Nebenfiguren und der soliden Spielfreude McCarthys gut unterhalten.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 5. Juli 2018, DVD-Start: 22. November 2018

Der Trailer zum Film “How To Party with Mom”

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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