„Young Hope“ (2018)

Kurzfilm / Frankreich / Dokumentarfilm / 2018

Filmkritik: Vor dem deutschen Wettbewerbsbeitrag „Nachtwanderer“ von Benjamin Rost lief auf dem 61. DOK Leipzig der französische Kurzfilm „Young Hope“ von Daniel Touati, der sich mit den Sorgen und Ängsten der heutigen Generation auseinandersetzt und dafür einen klassischen Dokumentarfilmansatz wählt.

Die Schüler und Schülerinnen aus dem Lycée von Roubaix erzählen von ihren Ängsten und Hoffnungen und welchen Druck sie empfinden, speziell was ihre Zukunft betrifft. Im Zwiegespräch mit den Lehrern machen sie es noch einmal deutlich, welche Rolle die Schule dabei übernimmt.

Der französische Regisseur Daniel Touati setzte sich mit den Schüler der Oberstufe zusammen und gab ihnen einen filmischen Raum über ihre Gefühle und Ängste zu sprechen. Dabei fing er nicht nur die Bandbreite der speziellen Schüler und Schülerinnen, mit ihren Unsicherheiten, Schüchternheit, Späßen und Redelust, ein, sondern schaffte es eine universale Geschichte der heutigen Jugend zu erzählen. In den letzten Jahren hat sich die Gesellschaft immer weiter geöffnet, so dass nicht nur die Möglichkeiten der Entfaltung immer größer werden, sondern auch der dahinterstehende Druck in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Speziell im Gespräch mit den Lehrern kristallisiert sich heraus, dass dieser Druck auch schon permanent im Unterricht spürbar ist und so den Jugendlichen manchmal das Vertrauen auf die Zukunft geraubt wird.

Das alles fängt der französische Dokumentarfilmer Daniel Touati mit klassischen, dokumentarischen Aufnahmen ein. Er gibt den SchülerInnen die Möglichkeiten frei zu sprechen, sich gegenseitig im Gespräch abzulösen und sich die Bälle auch in die Hand zu spielen. Mit seiner ruhigen Kamera fängt er die Gespräche ein und verfolgt halb distanziert, halb intim, die Aussagen der Jugendlichen. Am Ende des Films steht keine Lösung, aber er hat den jungen Menschen eine Stimme gegeben. In einem späteren Filmprojekt wird er hoffentlich zu den Protagonisten zurückkehren und so den Eindruck des Films komplementieren.

Fazit: Der 21-minütige Dokumentarfilm „Young Hope“ gibt der heutigen Jugend eine Stimme. Sie berichteten dabei nicht nur von ihren Hoffnungen und Ängsten, sondern gingen auch ins Zwiegespräch mit den Erwachsenen. Der Regisseur Touati beobachtet das aus der richtigen Distanz und schuf damit ein unsentimentales, aber trotzdem bewegendes Portrait junger Menschen.

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Young Hope“ (2018)

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