„Where do we go“ (2018)

Kurzfilm / Österreich / Experimentalfilm / 2018

Filmkritik: Auf den ersten Blick erzählt der Experimentalfilm „Where do we go“ von Siegfried A. Fruhauf, gesehen auf der Festivaleröffnung der 25. Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg, eine einfache, fast gut gelaunte Geschichte des Reisens. Doch dahinter steckt mehr.

Unterwegs mit der Bahn – scheinbar immer in Fahrt – führt der Weg vorbei an wechselnden Landschaften und Bahnhöfen.

Der Experimentalfilmer Siegfried A. Fruhauf erfasst mit seiner Lomo Supersampler, welche gleichzeitig vier Bilder in einer Reihe aufnimmt, die vorbeiziehenden Landschaften auf einer Zugreise. Dabei thematisiert er das Reisen an sich und vermittelt trotz eines nostalgischen vor allem an frühere Bahnfahrten erinnernden Gefühls, dass sich das Reisen in den letzten Jahren verändert hat. Ein anderer Beat, bedingt durch die Flüchtlingskrise, macht das eigentlich harmlose Fahren zu einer Flucht. In diesem Sinne besitzen die Bilder einen einheitlichen ja fast monotonen Look. Ohne klare Ortschaften ausmachen zu können, bewegt sich der Zug immer weiter fort. Die vorbeiziehenden Landschaften verschwimmen zu einer Einheitslandschaft. Trotz eines ansprechenden Reisegefühls wird durch das rasches Tempo, Wiederholungen und Spiegelungen das extreme Gefühl von Unruhe vermittelt  und so gezeigt, wie es sich anfühlt in ein fremdes Land zu kommen. Getrieben wird das Ganze von den großartigen Solo-Schlagzeugklängen Jörg Mikulas. Diese Musik irgendwo zwischen Pop und Jazz bildet den perfekten Klang für die Fotografien und gibt wunderbar den Takt vor.

Fazit: Siegfried A. Fruhaufs Experimentalfilm „Where do we go“, bestehend aus vielen Fotografien, verbindet die Bilder gekonnt mit dem Rhythmus der Musik und schafft es auf diese Weise nicht nur das Gefühl von Reisen zu vermitteln, sondern eine gesellschaftsrelevante Botschaft mitzuteilen.

Bewertung: 8/10

Den Trailer zum Kurzfilm „Where do we go“ kannst Du Dir online anschauen

Geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Where do we go“ (2018)

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