„Was bleibt“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland, Luxemburg / Fiktion / 2018

Filmkritik: Aus einem persönlichen Standpunkt heraus beschäftigt sich die Regisseurin Eileen Byrne auf sehr einfühlsame Weise in ihrem Kurzfilm „Was bleibt“ (AT: „Touch me“), der u.a. auf dem 31. Filmfest Dresden, dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival und auf der 25. Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg zu sehen war, mit dem Thema Brustkrebs und stößt einen offenen Dialog über dieses Thema an.

Alice (Kristin Suckow) hat Krebs. Nach der OP folgte die Chemotherapie und sie beginnt ihre Haare zu verlieren. Sie fühlt sich unwohl in ihrem Körper und kann ihrem Freund Moritz (Max Bretschneider) schlecht vermitteln, was sie empfindet. Dadurch scheinen die beiden sich immer mehr zu verlieren. Doch wie kann man die Beziehung wieder kitten?

Max Bretschneider und Kristin Suckow

Die Erkrankung einer guten Freundin hat Eileen Byrne, geboren 1984 in Luxemburg, auf das Thema Brustkrebs gebracht. Dabei stellt sie das, was sonst im Schatten steht, in den Vordergrund. In ihrem Kurzfilm „Was bleibt“, ihr Abschlussfilm an der HFF München, beschäftigt sie sich mit dem Thema, wie die Krankheit das Selbstbewusstsein einer Frau verändert und die Beziehungen der Betroffenen beeinflusst. Dabei verschreibt sie sich in ihrer Geschichte komplett dem Realismus und beobachtet mit genauem, authentischen Blick welche Dynamik sich in solchen einem Fall in einer Liebesbeziehung entwickeln kann. Auch wenn man nicht erkrankt ist, kann man sich wunderbar in die Figuren einfühlen und sich insgeheim fragen, welche Auswirkungen es auf einen selber haben würde. Dass das so mühelos gelingt, verdankt der Film neben der guten kammerspielartigen Inszenierung seinen beiden Hauptdarstellern Kristin Suckow und Max Bretschneider. Diese spielen ihre Rollen so lebensecht, dass man sofort in die Geschichte hineingezogen wird. Zudem stimmt ihre Chemie und sie agieren wie ein reales Paar. Rundherum ist „Was bleibt“ ein stimmiger Kurzfilm, der unter die Haut geht.  

Kristin Suckow

Fazit: Der Kurzfilm „Was bleibt“ ist der Abschlussfilm der Regisseurin Eileen Byrne. Angeregt von wahren Begebenheiten erzählt sie die Geschichte eines Paares, deren Gleichgewicht aus den Bahn geraten ist und wie sie auf verschiedene Weisen versuchen damit umzugehen. Dabei berührt der Film mit seinem Realismus und seinem hervorragenden Spiel den Zuschauer sofort und sensibilisiert für das Thema.

Bewertung: 9/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

4 Gedanken zu “„Was bleibt“ (2018)

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