Sechs Fragen an N’cee van Heerden

Interview: Der südafrikanische Regisseur und Drehbuchautor N’cee van Heerden lieferte mit „O.I.“ einen der kreativsten Beiträge des Genreblocks des 20. Landshuter Kurzfilmfestivals. Im Gespräch erzählt er uns mehr zu der Idee selbst und zur Umsetzung des Stoffes.

The original english language interview is also available.

Erzähl mir mehr über die ursprüngliche Idee des Kurzfilm „O.I.“. Ich hoffe, es wird mir nicht den Kopf wegpusten.

Ich habe keine Ahnung, was die Idee ist. Das ist für mich der Sinn des Films. Ich glaube nicht, dass jemand auf eine komplett neue Idee kommen kann. Es ist alles von anderen Ideen um uns herum beeinflusst.

Faszinierend ist die Wirkung Deines Films: Wie habt ihr das Hören der Idee visuell in Szene gesetzt?

Da es so etwas wie eine wirklich neue Idee nicht gibt, mussten wir noch einen Weg finden, die Charaktere zu zeigen, wie sie eine wirklich neue Idee hören. Dazu haben wir eine Kameratechnik verwendet, die als Push-Pull-Effekt bezeichnet wird. Du schiebst die Kamera nach vorne und hältst den Fokus auf deinem Schauspieler. Gleichzeitig zoomst du das Objektiv heraus, so dass der Schauspieler im Bild die gleiche Größe behält. Dadurch entsteht eine wachsende Wirkung der Welt um sie herum. Das sieht sehr cool aus.

Dein Film ist irgendwie tragisch, sehr lustig und splatterlastig zugleich. Ich würde ihn in die Kategorie Horror-Komödie verorten. Und Du selbst? Hattest Du Vorbilder in diesem Genre, welche Dich zu dem Film inspiriert haben?

Toby Hargrave, Ben Cotton und Kett Turton und Regisseur N’cee van Heerden

Ich hatte eine dunkle Komödie im Sinn, als ich anfing zu schreiben. Allerdings muss man bei diesem Genre vorsichtig sein. Mein Ansatz war es eher einen Thriller mit so subtilen Comedy-Elementen wie möglich zu machen.

Wie habt ihr die passende Bar gefunden?

Ich hatte ursprünglich eine typisch irische Bar im Sinn, mit dunklem Holz und Messing überall. Ich war ein paar Jahre zuvor zufällig auf einem Junggesellenabschied in dieser Bar und habe nur zum Spaß ein paar Bilder davon wieder hervorgeholt. Ich wollte sofort dort drehen! Es war einfach etwas Besonderes. Es gibt auch wenige Dinge, die so deprimierend sind wie eine schmuddelige Tiki-Bar am Tag. 

Die Besetzung ist fantastisch. Hast Du Deine Hauptdarsteller über einen klassischen Weg gefunden?

Toby Hargrave, Ben Cotton und Kett Turton

Wir kannten einige der Schauspieler schon vorab. Für die anderen haben uns unsere Freunde von Kris & Kara Casting geholfen. Sie schickten uns einige Leute, von denen sie dachten, dass sie funktionieren würden, und wir haben dann mit der Arbeit begonnen. Wir sind sehr glücklich, mit diesem Modell gearbeitet zu haben. Jeder gab 100%.

O.I.“ war Dein Debütfilm als Drehbuchautor und Regisseur. Kannst Du mir mehr über den Weg dahin erzählen und wie es jetzt bei Dir weitergehen wird. Hast Du schon neue Projekte als Regisseur in Aussicht?  

Kett Turton

Ich habe im Theater angefangen. Ich habe hauptsächlich für das Theater inszeniert, aber auch ein paar Stücke geschrieben. Im Jahr 2005 begann ich, an Filmen zu arbeiten, um zu lernen, wie es funktioniert und mit dem Ziel, irgendwann einmal meine eigenen Sachen zu machen. In der Zwischenzeit habe ich geheiratet und ein Kind bekommen. Das Leben passierte. Meine Frau und ich beschlossen, unsere eigenen Sachen zu machen, von denen O.I. die erste ist. Wir planen, im Juni oder Juli einen weiteren Kurzfilm zu drehen, und dann ist das Ziel ein Spielfilm. Spannende Zeiten liegen vor uns!

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „O.I.


Interview:  The South African director and scriptwriter N’cee van Heerden made with „O.I.“ one of the most creative contributions to the genre block of the 20th Landshut Short Film Festival. In our conversation he tells us more about the idea itself and the implementation of the material.

Tell me more about the original idea for your short movie „O.I.„. I hope it will not make my head explode.

I have no clue what the idea is. To me that is the point of the film. I don’t believe anyone can come up with an original idea. It is all influenced by other ideas around us.

The effect of your film is fascinating: you really want to hear the idea. Did you have something special in mind?

Because there is no such thing as an original idea, we still had to find a way to show the characters hearing one. For this we used a camera technique called the push-pull effect. You push the camera forward, keeping the focus on your actor. At the same time you zoom the lens out so that the actor stays the same size in frame. This creates an expanding effect on the world around them. Looks very cool.

Your film is somehow tragic, very funny and splatter-heavy at the same time. I would put it in the category of horror comedy. And you yourself? Did you have any role models in this genre that inspired you to make the film?

I had dark comedy in mind when I started writing. You have to be careful with that genre though. My approach was more thriller with the comedic elements as subtle as possible.

How did the shooting go? How did you find the right bar?

So originally I had your typical Irish bar in mind, with dark wood and brass everywhere. I happened to go to a stag party at this bar a few years previously and pulled up some pictures just for fun. I immediately wanted to go shoot there. It was just something different. There’s also a few things as depressing as a dingy Tiki bar in day time. 

Can you tell me more about the special effects?

So most of the head exploding effects was done on set by exploding a cantaloupe with some fake blood in it. Before that we would have the actor in the same position for a plate shot.  Afterwards Image Engine VFX would blend the two shots and make the person’s head look like it exploded. 

Another effect was the camera going through the prison bars. It’s subtle but effective.

The cast is fantastic. Did you find your leading actors through the traditional way?

We knew some of the actors before hand. For the others our friends at Kris & Kara casting helped us out. They sent us some people they thought would work and we went from there. We are very lucky to have worked with this cast. Everyone gave it 100%.

O.I.“ was your first film as a writer and director. Can you tell me more about the way there and how it will go on with you now? Do you already have new projects in the pipeline as a director?  

I started off in theater. I mainly directed for theater, but also wrote a few plays. In 2005 I started working in film to learn how it works and with the goal to make my own stuff at some point. In the mean time I got married and had a kid. Life happened. My wife and I decided to make our own stuff of which „O.I.“ is the first. We plan to shoot another short in June or July and then the aim is a feature film. Exciting times ahead!

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „O.I.“ 

2 Gedanken zu “Sechs Fragen an N’cee van Heerden

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