Sechs Fragen an Veljko Popović

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Interview: Im Gespräch mit dem kroatischen Filmemacher Veljko Popović erzählt er uns mehr über seinen Kurzfilm „Biciklisti“, der die Zuschauer auf dem 31. Filmfest Dresden entzückte, wie es zu dem Projekt kam und über seine Ursprünge als Maler und wie der Dichter Vasko Lipovac ihn beeinflusst hat.  

The original english language interview is also available.

Wie kam es zur Geschichte für Deinen Film „Cyclists“? Fährst Du auch selber gerne Rad?

Ich bin selbst kein großer Radsportfan. Ich habe aber schon einmal mit der Familie des Künstlers Vasko Lipovac an einigen kleineren Projekten gearbeitet und eines Tages fragten sie mich, ob ich daran interessiert wäre, einen kurzen Animationsfilm basierend auf den Werken von Vasko Lipovac zu erstellen. Ich entschied mich, zwei seiner Werkreihen zu wählen. Das eine basierte auf Sport, das andere war eine Serie von erotischen und satirischen Zeichnungen und Gemälden. Dies waren die ersten Zutaten, aus denen der Film bestand.

Erzähl mir zu der visuellen Umsetzung – was war Dir dabei wichtig?

Ich verliebte mich in den visuellen Stil von Vasko und wie er mit der menschlichen Form umgegangen ist. Seine Farben und Charaktere sprachen zu mir und waren von Kindheit an Teil meines Lebens. Wir haben umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um sicherzustellen, dass wir seinen Ansatz und seine Form in unserem Kurzfilm beibehalten. Ich verbrachte unzählige Stunden in seinem Atelier und inspizierte Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. Am Ende dachte ich, dass wir ihm gerecht werden und eine Welt geschaffen haben, mit der er zufrieden sein würde!

Hast Du weitere Vorbilder, auf die Du gerne bei Deinen Filmen zurückgreifst?

Ich selbst bin Maler, habe an der Kunstakademie in Split Malerei studiert und auch bei meinen vorherigen Filmen mit Künstlern zusammengearbeitet. Ich arbeite gerne zusammen und erforsche verschiedene visuelle Ansätze und verschiedene visuelle Stile. Ich entwickle im Moment eine Zeichentrickserie mit einem lokalen Künstler und Karikaturisten.

Hat Dich der enorme Festivalerfolg Deines doch schlüpfrigen Films überrascht?

Tatsächlich war ich das! Sehr! Es war ein Projekt, das ich in gewisser Weise für mich selbst gemacht habe, und ich dachte nicht, dass es außerhalb meiner Stadt und meines Landes so gut ankommen würde. Ich habe die Qualität des Materials, mit dem wir gearbeitet haben, und die Fähigkeit von Vaskos Arbeit unterschätzt, Menschen anzusprechen, egal aus welchem Land sie kommen.

Kannst Du mir zum Schluss noch etwas mehr über Dich erzählen. Wie kamst Du zum Film? 

Ich bin Maler und war in meinen früheren Jahren Spieleentwickler. Tatsächlich habe ich ein paar Spiele veröffentlicht, bevor ich mit der Arbeit am Film begann. Es war 2004, als ich anfing, an der Kunstakademie in Split zu arbeiten, wo ich Simon Bogojevic Narath traf, einen bekannten kroatischen Animationsfilmregisseur und Autor. Es war eigentlich seine Idee, dass ich versuchen soll, einen Animationskurzfilm zu entwickeln. Ich habe „She who measures“ gemacht, das dann eine Reihe von Auszeichnungen erhielt und auf der ganzen Welt gezeigt wurde. Seitdem mache ich Animationsfilme und habe nie wieder zurückgeschaut!

Stehen weitere Kurzfilmprojekte an?

Sicher! Wir arbeiten derzeit an einem VR-Animationskurzfilm und hoffen, dass dieser Anfang nächsten Jahres realisiert wird. Wir entwickeln auch ein Drehbuch für einen Spielfilm und eine Zeichentrickserie mit einem Kollegen von Split, Tisja Kljaković. Also, viele Dinge in der Entwicklung und in der Pipeline in unserem Studio. Ich und mein Bruder betreiben in unserer Heimatstadt ein Studio namens Primer Render Studios und haben immer ein paar spannende Projekte in Arbeit!

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Biciklisti


Interview: In our interview with Croatian filmmaker Veljko Popović, he tells us more about his short film „Biciklisti„, which delighted viewers at the 31st Dresden Film Festival, how the project came about and how his origins as a painter and the poet Vasko Lipovac influenced him.  

How did the story for your film „Cyclists“ come about? Do you like cycling yourself?

I’m not much of a cycling fan myself. I have worked with the family of the artist Vasko Lipovac before on some smaller projects and at one point they asked if i would be interested in creating a short animated film based on the works of Vasko Lipovac. I decided to choose two of his series of works. One was based on sports and the other was a series of erotic and satirical drawings and paintings. This was the initial ingredients that made up the film.

Tell me about the visual realization – what was important to you?

I fell in love with the visual style of Vasko and how he treated the human form. His colors and characters spoke to me and have been a part of my life from early childhood. We made extensive preparations in order to make sure that we will preserve his approach and form in our short film. I spent countless hours in his atelier, inspecting paintings, drawings, and sculptures. In the end, i think we did him justice and created a world that he would be pleased with!

Do you have other role models that you like to use for your films?

I am a painter myself, having graduated painting at the art academy in Split and have collaborated with artists on my previous films as well. I love to collaborate and explore different visual approaches and different visual styles. I am at the moment developing an animated series with a local artist and caricaturist.

Were you surprised by the enormous festival success of your raunchy film?

In fact, I was! Very! It was a project I did for myself in a sense and i did not think it would resonate so well outside my town and my country. I underestimated the quality of the material we worked with and the ability of Vaskos work to speak with people no matter what country they are from.

Can you tell me a little bit more about yourself at the end? How did you come to film? 

I am a painter and i was a game developer in my earlier years. In fact, i have published a few games before starting to work on film. It was in 2004 that i started to work at the art academy in Split where i met Simon Bogojevic Narath, a well know Croatian animated film director and author. It was actually his idea for me to try and develop a short animated film. I made „She who measures“ that went on to win a bunch of awards and was screened all over the world. Ever since I have been doing animated films and i never looked back!

Are there more short film projects on the horizon?

Sure! We are working on a short animated VR film at the moment and hope to have it done early next year. We are also developing a script for a feature animated film and are developing an animated series with a fellow Split artist Tisja Kljaković. So, a lot of things in development and in the pipeline in our studio. Me and my brother run a studio called Primer Render studios in our home town and always have a few exciting projects in the works!

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „Biciklisti

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