Sieben Fragen an Marija Stonytė

Interview: Im Gespräch mit der litauischen Dokumentarfilmerin Marija Stonytė konnten wir mehr über ihren 19-minütigen Kurzfilm „One Life“ (OT: „Vienas gyvenimas“), der auf dem 62. DOK Leipzig seine Weltpremiere feierte, erfahren. Dabei spricht sie über die Entstehung des Films, der Botschaft dahinter und welche Schwierigkeiten der Dreh selbst mit sich brachte.

The original english language interview is also available.

Wie hat alles angefangen? Kannst Du mir mehr zu den Ursprüngen erzählen?

Es begann mit dem unglücklichen Anblick, mit dem ich vor einigen Jahren konfrontiert wurde. Ich ging in einem großen Supermarkt und in einen der Gänge sah ich unter einer Glaskuppel lebende Schmetterlinge, die zum Verkauf standen. Sie wurden als ‚lustige‘ Geschenke für Partys, Geburtstage oder Hochzeiten vermarktet. Was mir noch mehr auffiel war, dass die Schmetterlinge im Angebot waren, fünfzig Prozent billiger, denn der Tag ging zu Ende und zu diesem Zeitpunkt war ihre Lebensdauer bereits kürzer.

Der Anblick störte mich und warf viele Fragen über den Wert des Lebens und was es in der heutigen Welt bedeutet, auf.

An diesem Punkt wurde mir klar, dass ich einen Film machen wollte. Keinen aktivistischen Film, sondern einen, der den Sinn der Existenz und den Wert des Lebens hinterfragt.

Ich wusste, dass dieser Film die Welt nicht verändern wird. Er wird auch nicht das Leben der Schmetterlinge verlängern. Aber er kann uns hoffentlich an die Schönheit eines einzelnen Lebens erinnern und uns über unsere eigene Vergänglichkeit nachdenken lassen.

Diese Idee blieb mir fast zwei Jahre lang erhalten, bis ich die Chance bekam, ein Team von Filmemachern zusammenzustellen, meine Gedanken zu teilen und mit der Schaffung dieses Films zu beginnen.

Hattest Du schon immer Interesse an Schmetterlingen?

Ich war schon immer von der Natur und ihren Wundern fasziniert, aber bevor ich diesen Film gedreht habe, habe ich mich nicht besonders für Schmetterlinge interessiert. Erst als ich „One Life“ drehte und von Anfang an bis zum Ende Teil des Lebens der Schmetterlinge war, habe ich ihre zerbrechliche Schönheit liebgewonnen. In meinem Film wollte ich die Schmetterlinge nicht einfach nur als schöne Objekte sehen. Ich wollte die Schmetterlinge als ernsthafte Charaktere behandeln, so wie ich die menschlichen Charaktere im Film behandeln würde. Ich wollte ihre Geschichte ernsthaft erzählen, die Zuschauer mit den Schmetterlingen sympathisieren lassen und ihre Reise aus vollem Herzen miterleben lassen.

In gewisser Weise ist der Schmetterling eine perfekte Figur. Er ist sein wahres Selbst vor der Kamera. Ich habe das Gefühl, der Realität so nahe wie möglich zu sein und sie mit der Kamera einzufangen. Das ist das Ziel der beobachtenden Dokumentation. Ich konnte nicht vorhersagen, wohin mich die Geschichte führen wird, aber ich wusste, dass ich etwas ganz Besonderes und Einzigartiges einfangen würde.

Wie hat die Frau, welche die Schmetterlinge züchtet, dein Projekt angenommen?

Die Frau, die die Schmetterlinge züchtet, wusste, was für einen Film wir machen. Sie verstand, dass es nie meine Absicht war, sie anzuklagen oder mit den Fingern auf diejenigen zu zeigen, die in das Schmetterlings-‚Geschäft‘ involviert sind. Die Frau ist ein Teil eines Zyklus, der sich in der heutigen Welt abspielt. Auf persönlicher Ebene kümmert sie sich wirklich um die Schmetterlinge, aber sie entscheidet sich, die Augen davor zu verschließen, was mit ihnen passiert, nachdem sie sie weggegeben hat. Das ist ungerecht, aber auch sehr ‚menschlich‘ von ihr.

Sie wusste, dass es meine Absicht war, die Schönheit und Bedeutung eines einzelnen Lebens hervorzuheben, auch wenn es kurz oder zerbrechlich ist. Das Kino hat die Kraft, auf einer persönlichen Ebene Empathie zu wecken – hoffentlich werden diejenigen, die meinen Film sehen, an den Wert des Lebens und die Fürsorge erinnert, die jedes Lebewesen braucht.

Obwohl ich wusste, dass die Frau, die Schmetterlinge züchtet, verständnisvoll und aufgeschlossen ist, war ich dennoch besorgt, wie sie auf den Film reagieren wird, wenn sie ihn im Kino sieht. Ihre Reaktion machte mich glücklich – sie wurde emotional und dankte mir, dass ich die Geschichte ihrer geliebten Schmetterlinge erzählt habe, die normalerweise ihre ‚Aufgabe‘ erfüllen und vergessen werden.  

Lange weiß man nicht auf was Deine Geschichte hinausläuft, dann kommt es mit ganzer Wucht. Dadurch kommt das Ende sehr emotional. Obwohl Du Dich nicht positionierst, möchte man eine Kritik an der Verschwendung von Leben reinlesen. Ist das so?

Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich Schmetterlinge als Hauptfiguren und nicht als Objekte behandelt. Ich wollte zeigen, wo sie herkommen und die Welt, in der sie leben, etablieren. Indem ich den Beginn ihres Lebens zeige, wollte ich den Weg meiner Figuren betonen, um an einen Punkt zu gelangen, an dem sie achtlos in die Welt gelassen werden, für nichts, nur für einen Moment der Unterhaltung. In diesem Zusammenhang wollte ich unbedingt eine Bemerkung zur Absurdität und Grausamkeit der Unterhaltungsindustrie machen. Der Schmetterling hat einen so langen Weg zurückgelegt und war in Sekundenschnelle vergessen. Es war eine Verschwendung von Leben.

Ab dem Zeitpunkt, an dem die Schmetterlinge freigelassen werden, gehen sie in der Konzertarena verloren. Die Menge, die nach mehr glitzernder Unterhaltung hungert, hatte die Lebewesen, die über ihre Köpfe fliegen, bereits vergessen.

Trotzdem war ich gerührt von der unerwarteten Begegnung zwischen einem Teenager und einem Schmetterling, der auf der Brustkorb des Jungen landen wollte. Ihre stumme Kommunikation war der schönste Anblick, den ich während der Entstehung dieses Films erlebte. Ihre Verbindung und der Respekt, den der Junge dem gebrechlichen Schmetterling entgegenbrachte, war unvergesslich und wurde zum wesentlichen Bestandteil des Films.

Während ich die gesamte Lebensspanne eines Schmetterlings erforschte, begann ich, mein eigenes Leben zu reflektieren. Obwohl wir mehr Zeit auf dieser Erde haben, vergeht das Leben unglaublich schnell. Hoffentlich lässt „One Life“ uns über unsere eigene Vergänglichkeit nachdenken. Das Leben ist ein schönes und zerbrechliches Geschenk, das geschätzt werden sollte. 

Erzähl mir zum Dreh des Films – ich stelle es mir schwierig vor mit Schmetterlingen zu drehen? Welche Kamera hast Du verwendet?

Ursprünglich hatten wir geplant, den gesamten Film mit der Sony FX7-Kamera zu drehen, aber da wir einen Dokumentarfilm erstellen wollten, haben uns einige unerwartete Ereignisse dazu veranlasst, den ursprünglichen Plan zu ändern. Einige Szenen wurden mit Sony FX7 gedreht, die anderen mit einer Canon Spiegelreflexkamera.

Es war die sehr frühe Phase der Dreharbeiten zu „One Life“. Ich beschloss, während eines Konzerts, das in einer anderen Stadt stattfand, zu recherchieren. Ich wusste, dass sie die Schmetterlinge freilassen wollten. Ich dachte, ich schaue mich um, lerne das Konzert und die Leute kennen. Für alle Fälle nahm ich meine Canon Spiegelreflexkamera mit.

Während des Konzerts blieb ich mit den Schmetterlingen im Backstage-Bereich, nahm meine Kamera heraus und begann zu filmen (ich dachte immer noch, dass dieses Material nicht im Film sein wird, dass dieses Material nur zu Recherchezwecken verwendet wird). Während ich filmte, wurde mir klar, dass der Film, den ich im Kopf hatte, direkt vor meinen Augen passierte…

Ich habe weiter gefilmt und die ganze Geschichte miterlebt. Die Schmetterlinge wurden freigelassen und gingen in der Arena verloren. Niemand kümmert sich darum, was mit ihnen nach ihrem ‚Auftritt‘ passiert. Dann wurde ich Zeuge des wertvollsten, unerwarteten Anblicks. Da war ein Teenager, der aktiv zur Decke schaute und versuchte zu sehen, was mit den Schmetterlingen passiert. Dann landete ein Schmetterling auf dem Brustkorb eines Jungen und blieb dort bis zum Ende.  

Es gelang mir, diesen Moment mit der Kamera festzuhalten. Da beschloss ich, mein Recherchematerial im endgültigen Film zu verwenden. Die anderen Teile von „One Life“ drehten wir mit Sony FX7. Ich arbeitete mit der großartigen Kamerafrau Laura Aliukonyte zusammen. Wenn es darum geht, Schmetterlinge zu filmen – es war schwer und einfach zugleich. Es war einfach in dem Sinne, dass Schmetterlinge vor der Kamera völlig authentisch sind. Sie sind unberechenbar, haben unterschiedliche ‚Persönlichkeiten‘ und haben uns herausgefordert, auf positive Weise. Es war aus den gleichen Gründen schwer – erstens waren unsere Figuren unberechenbar, sie würden wegfliegen, was es schwer macht, sie im Bild zu halten. Außerdem war es moralisch nicht einfach, wegen der Grausamkeit, die die Schmetterlinge erleben. Es war schwer zu sehen, wie diese Lebewesen zur Unterhaltung eingesetzt werden.

Jetzt noch zu Dir: Wie kamst Du zum Film und warum hast Du Dich für Dokumentationen entschieden?

Ich mache Filme, seit ich in der Oberstufe war. Am Anfang dachte ich, dass ich Fiktion schaffen wollte, weil ich glaubte, dass man in der Fiktion mehr ‚Kontrolle und Raum für den Selbstausdruck‘ hat.

Erst als ich die Chance hatte, meinen ersten Dokumentarfilm zu drehen, wurden alle meine bisherigen Mythen über das Dokumentarfilmschaffen entkräftet. Ich fühlte absolute Freiheit beim Erzählen realer Geschichten. Ich brauche die Zeit nicht zu nutzen, um eine fiktive Welt zu schaffen, wenn die Realität selbst aus so vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Jede Geschichte diktiert einen anderen Stil, eine andere Form, einen anderen Ton. Reale Geschichten sind so komplex und unvorhersehbar, aber gleichzeitig vertraut und persönlich.

Ich genieße wirklich die Herausforderungen, die es mit sich bringt, einen Dokumentarfilm zu drehen – den Prozess, meine Charaktere kennen zu lernen, die dramatischen Bögen der Realität zu erforschen. 

Welche neue Projekte stehen an?

Im Moment schließe ich meinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm ab – „Gentle Warriors“. „Gentle Warriors“ ist eine Coming-of-Age-Geschichte von Mädchen, die in einer sehr männlichen Umgebung zu Frauen werden. In einem völlig beobachtenden, poetischen Dokumentarfilm habe ich die Reise von drei Mädchen eingefangen, die sich freiwillig der litauischen Armee anschlossen, um in einer isolierten Militärzone unter sechshundert Männern zu leben und zu trainieren. In jedem Mädchen, das ich in der Armee traf, fand ich meine eigene Reflektion. Als junge Frau und als Filmregisseurin wollte ich die Entstehung einer unabhängigen Frau erforschen.

Außerdem habe ich ein neues Projekt in der Entwicklung. „My Bollywood Dream“ ist ein beobachtender Dokumentarfilm über die Geschichte eines litauischen Mädchens, das versucht, ihren Traum von einem neuen Leben in Indien zu verwirklichen.

Jetzt verfolgen wir ihre unglaubliche Reise, als sie ein One-Way-Ticket von Litauen nach Indien kauft, um die Liebe ihres Lebens zu treffen und zu heiraten – und ihren Traum zu erfüllen, in einem Bollywood-Film mitzuspielen.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „One Life


Interview: In conversation with the Lithuanian documentary filmmaker Marija Stonytė we were able to learn more about her 19-minute short film “One Life” (OT: “Vienas gyvenimas”), which celebrated its world premiere at the 62nd DOK Leipzig. She talks about the making of the film, the message behind it and the difficulties the shooting itself brought with it.

How did it all start? Can you tell me more about the origins of the film?

It started with the unfortunate sight that I was faced with several years ago. I was walking in a big supermarket and in one of the isles, under a glass dome, I saw living butterflies that were for sale. They were marketed as “fun” presents for parties, birthdays or weddings. What was even more off-putting, is that the butterflies were on sale, fifty percent off, because the day was ending and at that point their lifespan was already shorter.

The sight bothered me and raised a lot of questions about the value of life and what it has become in today’s world. At that point, I realised I wanted to create a film. Not an activist film, but one that questions the meaning of existence and value of life. I knew that this film will not change the world. Nor will it prolong the life of the butterflies. But hopefully can remind us of the beauty of a single life and let us reflect on our own temporality. This idea stayed with me for almost two years, until I got a chance to gather a team of filmmakers, share my thoughts and start creating this film.

 Have you always been interested in butterflies?

I was always fascinated by nature and its’ wonders, but before creating this film I didn’t have a particular interested in butterflies. Only when filming “One Life” and being a part of butterflies’ life from the beginning, till the end, I became fond of their frail beauty. In my film, I didn’t want to see butterflies simply as beautiful objects.

I wanted to treat the butterflies as serious characters, the same way I would treat human characters in film. I wanted to tell their story in a serious manner, letting the audience symphasize with the butterflies and experience their journey full heartedly.

In a way, the butterfly is a perfect character. It is its’ true self in front of the camera. I feel like I was as close as I could to the reality, capturing it on camera. That’s the goal of observational documentary. I couldn’t predict where the story will lead me, but I knew I was capturing something very special and unique.

How did the woman who breeds the butterflies respond to your project?

The woman who breeds the butterflies was aware of the kind of film we were creating. She understood, that my intention was never to shame or poke fingers at those involved in the butterfly “business”. The woman is a part of a cycle that repeats itself in today’s world. On a personal level, she truly cares about the butterflies, but chooses to close her eyes to what happens to them after she gives them away. That’s unfair, but also very “human” of her.

She knew that my intention was to highlight the beauty and importance of a single life, even if it is short or frail. Cinema has the power to raise empathy on a personal level – hopefully, those who see my film will be reminded of the value of life and the care that every living-being needs.

Although I knew that the woman who breeds butterflies is understanding and open-minded, I was still worried how she will react to the film when she sees it in the cinema. Her reaction made me happy – she got emotional and thanked me for telling the story of her beloved butterflies, who usually complete their “task” and are forgotten.  

For a long time one doesn’t know what your story is about, then it comes with full force. This makes the ending very emotional. Even though you don’t position yourself, one would like to read the film as a criticism of the waste of life. Is that so?

Like I mentioned previously, I treated butterflies as main characters, not objects. I wanted to show where they come from and establish the world they live in. By showing the beginning of their lives, I wanted to emphasize the journey my characters take to get to a point where they are carelessly let in the air, for nothing, just a moment of entertainment. In that regard, I definitely wanted to make a comment on the absurdity and cruelty of the entertainment industry. The butterfly took such a long way to get there and was forgotten in a matter of seconds. It was a waste of life.

From the point the butterflies are released, they get lost in the concert arena.  The crowd, who’s hungry for more glittery entertainment, had already forgotten about the living creatures that are flying over their heads.

Nevertheless, I was touched by the unexpected encounter of a teenage boy and a butterfly who chose to land on the boy’s chest. Their silent communication was the most beautiful sight I witnessed while creating this film. Their connection and the respect the boy showed to the frail butterfly was unforgettable and became the essential part of the film.

While I was exploring the entire lifespan of a butterfly, I started to reflect my own life. Although we have more time on this Earth, life is passing by unbelievably fast. Hopefully, “One Life” lets us reflect on our own temporality. Life is a beautiful and fragile gift that should be valued. 

Tell me about the making of the film – I could imagine it being difficult to film with butterflies. Which camera did you use?

Initially we were planning to shoot the whole film using sony fx7 camera, but since we were creating a documentary, some unexpected events made us adjust the initial plan. Some scenes are shot with sony fx7, the others – with a canon dslr camera.

It was the very early stages of filming “One Life”. I decided to go and do research during a concert that was happening in another city. I knew they were planning to release the butterflies. I thought I would look around, get to know the concert and the people. Just in case, I grabbed my cannon dslr camera with me.

During the concert, I stayed with the butterflies in the backstage, took out my camera and started to film (still thinking this material will not be in the film that this material will be used just for research purposes). As I was filming I realised that the film I had in mind was happening right in front of my eyes…

I kept filming and witnessed the whole story. The butterflies were released and got lost in the arena. Nobody cares what happens to them after their “performance”. Then, I witness the most precious, unexpected sight. There was a teenage boy who was actively looking at the ceiling, trying to see what happened to the butterflies. Then, one butterfly landed on a boy’s chest and stayed there till the end.  I managed to capture this moment on camera. That’s when I decided to use my research material in the final film. The other parts of “One Life” we shot with sony fx7. I was working with a great female cinematographer Laura Aliukonyte.

When it comes to capturing butterflies – it was hard and easy at the same time. It was easy in a sense that butterflies are completely authentic in front of the camera. They are unpredictable, have different “personalities” and they challenged us, in a positive way. It was hard for the same reasons – first of all, our characters were unpredictable, they would fly away, making it hard to keep them in the frame. Also, it wasn’t easy morally, because of the cruelty the butterflies experience. It was hard seeing the process of these living creatures being used for entertainment.

Now a bit about yourself: How did you get into film and why did you decide to make documentaries?

I’ve been creating films since I was in high-school. In the beginning, I thought I wanted to create fiction, because of the false belief that in fiction you have more “control and space for self-expression”.

Only when I had a chance to create my first documentary, all my previous myths about documentary filmmaking were debunked.  I felt absolute freedom in telling real stories. I don’t need to use time creating a fictional world, when the reality itself can be seen in so many different angles. Every story dictates different style, form, tone.

Real stories are so complex and unpredictable, but familiar and personal at the same time. I truly enjoy the challenges of directing a documentary – the process of getting to know my characters, exploring the dramatic arcs of reality. 

Which new projects are coming up?

At the moment, I am finishing my debut full-length documentary – “Gentle warriors”. “Gentle warriors” is a coming of age story of girls who become women in the most masculine surroundings. In a completely observational poetic documentary I captured the journey of three girls who voluntarily joined the Lithuanian Armed Forces to live and train in an isolated military zone among six hundred men. In every girl whom I met in the Armed Forces I found reflection of my own. As a young woman and as a female film director, I wanted to explore the bearing an independent woman.

Also, I have a new project in-development. “My Bollywood Dream” is an observational documentary feature on the story of a Lithuanian girl who attempts to realize her dream of starting a new life in India.

Now, we are following her unbelievable journey as she buys a one-way ticket from Lithuania to India her to meet and marry the love of her life – and to fulfil her dream of starring in a Bollywood film.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “One Life

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