„Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch (2007)

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32 Seiten / ab 7 Jahren / Verlag Antje Kunstmann / 14,90 €

Buchkritik: In Kinderbüchern werden viele wichtige Themen behandelt, doch vor dem Tod selbst schreckt man verständlicherweise doch eher zurück. Hin- und wieder wird er als Nebenerscheinung aufgenommen und auch humorvoll angegangen wie in „Das platte Kaninchen“ von Bárður Oskarsson. Doch das kleine Kinderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch, das übrigens als Kurzfilm verfilmt wurde, wählt einen ernsten Ansatz.

Die Ente hat schon längere Zeit das Gefühl, dass ihr jemand folgt. Doch nun endlich sieht sie ihren Begleiter, den Tod. Die Angst überfällt sie: „Kommst Du mich jetzt holen?“ Doch bevor es soweit ist, gehen die beiden spazieren und reden über das Leben und den Tod.

© Verlag Antje Kunstmann

Der bergische Professor Wolf Erlbruch (*1948) schreibt seit vielen Jahren erfolgreiche Kinderbücher und illustriert diese auch. Bekannt geworden ist er mit Büchern wie „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ (1989), „Nachts“ (1999) und „Das Bärenwunder“ (1992), das 1993 den Jugendliteraturpreis gewann. Mit „Ente, Tod und Tulpe“ liefert er einen Buch, das auf den ersten Blick als ein Kinderbuch erkennbar ist und sich auch gewiss für kleine Zuhörer eignet, aber eigentlich ist dieses Buch universeller. Es eignet sich für jeden, denn die Stimmung packt auch die Erwachsenen. Das nur 32-seitige Buch besitzt zudem auch theologische und philosophische Momente. So ist die Einordnung als Kinderbuch zu eng. Doch wenn man es als Kinderbuch betrachtet, dann sei hier darauf hingewiesen, dass es kein Buch ist, welches einfach nur vorgelesen wird, sondern man sollte danach das Gespräch suchen. Denn das Buch besitzt eine intensive Spannung und hinterlässt auch einen melancholischen Abdruck. Trotzdem eignet es sich wunderbar, um mit den Kleinen über das Thema ins Gespräch zu kommen. Die gleiche Wirkung besitzt auch der Kurzfilm „Ente, Tod und Tulpe“, der damals auf dem 24. Filmfest Dresden im Kinderprogramm gezeigt wurde. Auch die Gestaltung ist nicht unbedingt nur auf Kinderaugen ausgelegt. Zwar besitzen Tod und Ente süße Züge, aber das Buch glänzt nicht mit verspielten Details oder übertriebener Zuckerigkeit, sondern lässt die Charaktere in einem schlichten Rahmen mit gediegenen Pastellfarben agieren. Wolf Ehrenbruch ist ein sanftes Buch mit stimmigen Illustrationen gelungen, das nicht nur Kinder sich mit dem Thema Tod beschäftigen lässt und eine eindringliche Stimmung besitzt, welche man so aus Bücher für Kinder ab sieben Jahren einfach nicht kennt.

© Verlag Antje Kunstmann

Fazit: Das von Wolf Erlbruch geschriebene und illustrierte Buch „Ente, Tod und Tulpe“ ist ein kleines Buch, das es schafft den Tod mit einer Ernsthaftigkeit und melancholischen Schönheit auch für Kinder verständlich zu thematisieren. Unterstützt von den stimmungsvollen, aber reduzierten Illustrationen bietet sich dieses Buch an, um mit jungen Lesern ins Gespräch zu kommen und das Thema greifbarer zu machen.

Bewertung: 5/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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