„Grace and Frankie“ (Staffel 2, 2016)

Letzte Artikel von Doreen Matthei (Alle anzeigen)

Serienkritik: Nachdem die erste Staffel von „Grace and Frankie“ die Zuschauer bereits mit guter Unterhaltung anlockte, schafft es die zweite Staffel die Geschichten und Persönlichkeiten immer weiter zu formen und die Handlungen in einem angenehmen Rahmen voran zu treiben.

Nach einer Herzattacke landet Robert (Martin Sheen) im Krankenhaus. So beschließen er und Sol (Sam Waterson) noch vor Ort zu heiraten, um sich das Versprechen zu geben, was sie seit über 20 Jahren wollen. Ihre beide Ex-Frauen Grace (Jane Fonda) und Frankie (Lily Tomlin) helfen ihnen dabei. Doch nachdem die Operation gut gegangen ist, tauchen auch in diesem Eheleben Probleme auf, vor allem weil Sol wegen eines Betrugs Schuldgefühle entwickelt und dieses unbedingt gestehen muss. Grace und Frankie nabeln sich dagegen immer mehr von ihrem alten Leben ab und verlieben sich neu. Grace trifft ihre frühere Liebe Phil (Sam Elliott) wieder und Frankie findet in Jakob (Ernie Hudson), ihren Gemüsehändler, die richtige Partie. Doch trotzdem werden die beiden von ihrer Familie nicht als eigenständig wahrgenommen und so beschließen sie, ihre eigene Firma zu gründen, denn die richtige Idee dafür haben sie schon.  

Sam Waterston und Martin Sheen
© Netflix

Auch in der zweiten Staffel bleiben die Serienmacher Marta Kauffman und Howard J. Morris ihrem Konzept treu. Sie schaffen die perfekte Balance zwischen klassischer Sitcom und einem realitätsnahen Portrait älterer Menschen. Dabei nimmt die Serie kein Blatt vor den Mund und widmet sich gerade in der zweiten Staffel mehr dem Thema Sexualität. Nicht nur geht es hier um Gleitmittel und Vibratoren, sondern auch um Affären und neue Liebschaften. Dabei übertreiben es die Drehbuchschreiber an der ein oder andere Stelle mal, aber es wird nie platt, peinlich oder unangenehm. Das Gegenteil ist der Fall. Die Charaktere, deren Entwicklung nachvollziehbar, nicht sprunghaft und gut ausgearbeitet ist, beleben die Geschichten, so dass man viel Sympathie und kein Fremdschämen empfindet. Neben den beiden titelgebenden Heldinnen bekommen auch die anderen Charaktere, wie die vier erwachsenen Kinder, genug Spielzeit, um weitere Themengebiete wie Karriere und Familie abzudecken. Natürlich sprengt die Serie keine konventionellen Rahmen, sondern liefert gute Unterhaltung mit ihren erfrischend lebendigen Figuren, die wunderbar von einem spielfreudigen Ensemble dargestellt werden. Dieses wurde glücklicherweise nur um wenige Personen erweitert wie u.a. Estelle Parsons als die gute, verrückte Babe, die in zwei Staffeln das Leben der beiden Protagonistinnen auf den Kopf stellt. Im Gesamten bleibt sich die Serie in allen Belangen wie Ausgestaltung, Besetzung und Storytelling treu. Trotzdem besitzt die zweite Staffel eine größere Sogwirkung, da man die Charaktere mittlerweile ins Herz geschlossen hat und unbedingt herausfinden will, wie sie sich in ihrem Leben einrichten.

Jane Fonda, Lily Tomlin, Sam Waterson, Baron Vaughn und Martin Sheen

Fazit: Die amerikanische Serie „Grace and Frankie“ macht in ihrer zweiten Staffel da erfolgreich weiter, wo die erste geendet hat. Mit dramatischen und anderen Höhepunkt erzählt sie weiter vom Leben der beiden Familien und gibt dabei jedem Charakter Luft sich zu entfalten. Gleichzeitig schneiden die Serienmacher Marta Kauffman und Howard J. Morris wieder viele Themen bezüglich Älterwerden an, aber erweitern die Palette auch um Liebe und Sexualität. Im Gesamten sind die 13 Folgen der zweiten Staffel pure Unterhaltung, die man gerne schaut und das auch mal ein paar Folgen am Stück.  

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 2 der Serie „Grace and Frankie“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.