„Fishboy“ (2018)

Kurzfilm / UK / Animation / 2018

Filmkritik: Der britische Film „Fishboy“, gesehen auf dem 31. Filmfest Dresden 2019, zeigt, dass man die Stop-Motion-Technik abseits von komischen bis skurrilen auch für ernste Themen verwenden kann und liefert hier eine an Surrealismus grenzende Traumaverarbeitung. 

Tagtäglich wird der Fischjunge von seinen Erinnerungen geplagt. Auch seine Freundin kann ihm aus der Dunkelheit seiner Vergangenheit nicht herausholen.

Die in Großbritannien geborene Animationskünstlerin Anita Bruvere hat einen Faible für die unterschiedlichsten Animationsstile. In ihrem Kurzfilm „Fishboy“ verschreibt sie sich der Stop-Motion-Technik und man sieht dem Film gleichzeitig einen Hang zur Zeichenkunst an. Bruvere erzählt die Geschichte eines Fischjungen in unchronologischer Reihenfolge, welche dem Zuschauer immer mehr Hinweise auf die vergangenen Ereignisse gibt und wie alles zusammenhängt. Für ihre Geschichte, zu der sie selbst das Drehbuch geschrieben hat, wählte sie einen fast surrealistischen Ansatz. Vor allem auf der Bildebene arbeitet sie mit Metaphern, die man zu deuten hat. Doch die Bildsprache ergänzt wunderbar die Geschichte und macht auf ihre eigene Art das Trauma greifbar. Im Gesamten ist Anita Bruveres „Fishboy“ ein gelungener Stop-Motion-Film, der ein schwieriges Thema behandelt und mit seiner surrealen Herangehensweise überzeugt.

Fazit: „Fishboy“ ist ein Stop-Motion-Kurzfilm von Anita Bruvere, der sich mit dem Umgang mit Traumata beschäftigt. Durch seine außergewöhnliche, traumähnliche Bildsprache geht er anders an das Thema ran und lässt die Zuschauer erst nach und nach die Puzzleteile zusammensetzen.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Fishboy“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • 31. Filmfest Dresden 2019 – Katalog (Programm ‚Internationaler Wettbewerb‘)  
  • Eintrag des Kurzfilms „Fishboy“ beim Animafest Zagreb
  • Eintrag des Kurzfilms „Fishboy“ auf der Website des Kostümdesigners Alex Babec

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.