„The Wrong End of the Stick“ (2018)

Kurzfilm / UK / Animation / 2018

Filmkritik: Der britische Animationsfilm „The Wrong End of the Stick“ von Terri Matthews besticht mit seiner unvorhersehbaren Geschichte und zeigt, dass das Medium sich nicht nur für Kinderfilme eignet.

Der Lehrer Malcolm Fetcher ist unzufrieden und neurotisch. Sein Leben ist geprägt durch eine eingeschlafene Ehe mit Beverly und die Unterdrückung eines lang gehegten Wunsches. 

Die britische Animationskünstlerin Terri Matthews schuf mit ihrem ersten Kurzfilm ein Drama, das auf den ersten Blick vor allem amüsiert, aber eigentlich eine tiefe Tragik mit einem aufmunternden Ende birgt. Der Mensch, der sich in klassische Gesellschaftssysteme einfügt und dabei unglücklich ist, steht im Zentrum der Geschichte, zu der sie zusammen mit Chris Cornwell das Drehbuch geschrieben hat. Die Abstrusität und der Humor resultieren aus dem Wunsch Fetchers selbst heraus, der wenig Alltägliches beinhaltet und es gleichzeitig ermöglicht andere menschliche Fantasien zu verbildlichen. Wunderbar gelingt es dem Film, sich nie über seine Hauptfigur lustig zu machen, sondern sie und ihre Wünsche ernst zu nehmen, wodurch der Film etwas Schwermütiges besitzt. Der Stil, den Terri Matthews wählt, ist ebenfalls ungewöhnlich. Auf Live-Action-Backgrounds bewegen sich die 2D-Animationen und bekommen so trotz eines fast klassischen Comic-Looks etwas Bodenhaftung. Das macht das Bild des Films stimmig, der sich eindeutig an ein erwachsenes Publikum wendet, so dass „The Wrong end of the Stick“ ein absolute Empfehlung für jeden Cineasten ist, der Animationen auch gern abseits von Comics und kindlichen Zeichentrick sehen will.

Fazit: Aus der Hand der britischen Animationskünstlerin und Filmemacherin Terri Matthews stammt der Animations-Kurzfilm „The Wrong End of the Stick“. Er schafft es mit seiner Optik, den Figuren und seiner tragisch-komischen Geschichte, welche verborgene Sehnsüchte an die Oberfläche holt, zu überzeugen und ist somit eine absolute Empfehlung.

Bewertung: 9/10

Den Kurzfilm „The Wrong End of the Stick“ gibt es glücklicherweise auch komplett ohne zu sehen (engl. Sprache):

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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