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Kurzfilm / USA / Fiktion / 2020
Filmkritik: Der amerikanische Kurzfilm „Broken Bird“ ist das Portrait eines Mädchens kurz vor ihrer Bat Mizwa. Es ist der Debütfilm der Regisseurin Rachel Harrison Gordon und feierte seine Weltpremiere im Programm ‚Generation Kplus‘ der 70. Berlinale 2020.
Birdie (Indigo Hubbard-Salk) lernt fleißig für ihren Bat Mizwa, doch so richtig mag sie den Text nicht in den Kopf bekommen. Sie muss dafür erst einmal einen eigenen Rhythmus finden, der sich vielleicht nicht in der Thora, sondern in Disco-Musik oder anderen Dingen verbirgt.
Die Filmemacherin Rachel Harrison Gordon (*1990), welche bereits einen beeindruckende Vita besitzt u.a. war sie Kandidatin des Presidential-Innovation-Fellow-Programms der Obama-Administration, thematisiert in ihrem ersten Kurzfilm viele gesellschaftlich relevante Themen, aber erzählt ganz fokussiert die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau, die auf der Suche nach ihrer eigenen Identität ist. Die Figur der Birdie, die sich teilweise aus autobiographischen Elementen speist, lebt ein Leben zwischen jüdischer und afroamerikanischer Kultur, religiösen Pflichten und dem Leben einer Teenagerin. Dabei leben ihre Eltern auch noch getrennt und so bekommt sie auch dort zwei Lebensweisen und Erziehungsmethoden mit auf den Weg. Das Mittendrin-Sein fängt die Regisseurin wunderbar ein, genauso wie die Suche nach ihrem eigenen Selbst. In diesen Jugendjahren versucht jeder, sich selbst zu finden und sich auszudrücken,
durch Musik, Taten und manchmal durch Widerborstigkeit. Das alles erzählt die Regisseurin in nur zehn Minuten. Dabei sind nicht nur die Handlungen wichtig, sondern auch die Töne und die Musik. Die Inszenierung ist sehr stimmig und fängt damit Birdies Entwicklung ein. Diese wird hervorragend von Indigo Hubbard-Salk dargestellt. Die Schauspielerin, zu sehen in der Netflix-Serie „Nola Darling“ (2017-2019), ist die perfekte Besetzung für die Rolle und bringt die Bandbreite der Gefühle wunderbar rüber. Alles in allem schuf Rachel Harrison Gordon eine gelungene Coming-of-Age-Geschichte, welche hoffentlich bald auch als Langspielfilm das Licht der Kinos erblickt.
Fazit: Die Coming-of-Age-Geschichte „Broken Bird“ erzählt von der Identitätssuche eines jungen Mädchens zwischen jüdischer und afroamerikanischer Kultur. Die Inszenierung von Rachel Harrison Gordon geht dabei wunderbar Hand und Hand mit der Geschichte. So werden Orte, Töne, Sprache und Musik Teil der Suche und der Antwort.
Bewertung: 8/10
Den Kurzfilm „Broken Bird“ hier anschauen:
geschrieben von Doreen Matthei
Quellen:
- 70. Berlinale 2020 – Katalog (Programm ‚Generation Kplus‘)
- Doreen Matthei, ‚Sieben Fragen an Rachel Harrison Gordon‘, testkammer.com, 2020
- Website des Kurzfilms „Broken Bird“
- Website der Regisseurin Rachel Harrison Gordon
