„Modern Family“ (Staffel 1, 2012)

Serienkritik: Im Stil einer Mockumentary erzählt die amerikanische Sitcom „Modern Family“ von einer großen bunten Familie, die alle Höhen und Tiefen, welche der Alltag so mit sich bringt, erleben. Dabei wird die Serie, deren erste Staffel 2012 erschien und die bisher um zehn Staffeln verlängert wurde, gewürzt mit einer Prise Übertreibung und viel Humor. 

Jay Pritchett (Ed O’Neill) hat eine um einiges jüngere Frau, die Kolumbianerin Gloria (Sofía Vergara), in zweiter Ehe geheiratet. Sie bringt den kleinen, charmanten Manny (Rico Rodriguez) mit in die Ehe. So wird der bereits zweifache Vater nochmal Erziehungsberechtigter. Sein Sohn Mitchell (Jesse Tyler Ferguson) ist ebenfalls Vater geworden. Zusammen mit seinem Lebensgefährten Cameron (Eric Stonestreet) haben sie die kleine Lily (Aubrey Anderson-Emmons) adoptiert. Die Tochter von Jay, Claire Dunphy (Julie Bowen) hat mit ihrem Mann Phil (Ty Burrell) ebenfalls eine wilde Kinderschar. Während Mitchell seinem Beruf als Anwalt und Jay seinen entspannten Alltag nachgeht, kümmert sich Claire vollzeit um die drei Kinder Luke (Nolan Gould), Alex (Ariel Winter) und Haley (Sarah Hyland). In jedem Haushalt herrscht von Zeit zu Zeit Trubel und erst recht wenn alle drei Familien zusammenkommen. 

Ty Burrell, Sarah Hyland, Nolan Gould, Julie Bowen und Ariel Winter

Aus der Hand von Christopher Lloyd (*1960) und Steven Levitan (*1962) stammt diese Comedy-Serie, die, genauso wie „The Office“ (2001-2003) oder das deutsche Pendant „Stromberg“ (2004-2012), für ihre Inszenierung den Mockumentary-Stil wählt. Dabei bringt sie in der ersten Folge dem Zuschauer zunächst die einzelnen Familien näher und führt diese erst am Ende zusammen. In jeder der 24 Episoden der ersten Staffel dreht es sich um Alltagsfragen wie die Erziehung der Kinder, der Umgang mit der eigenen Familie, Geburtstage oder Urlaub. Die bunte Mischung an Personen führt dabei zu einigen skurrilen Situationen, bietet viele Reibungsflächen, führt aber auch zu versöhnlichen und berührenden Szenen. Alles wird dabei von guten Humor zusammengehalten. Die Figurenzeichnung ist dabei anfänglich recht stereotyp, doch die Charaktere schaffen es bald die Schalen aufzubrechen und so wird der vermeintlich homophobe Vater weich und freundlich und die Latina ist mehr als nur hübsch anzusehen. Diese Entwicklung macht viel vom Wert der Serie aus und so kann man auch als Zuschauer über eine unerträgliche Figur wie Phil hinwegsehen. Munter werden die Geschichten weiter erzählt, Beziehungen weiter geflochten und alle landen bei einem schönen, versöhnlichen Staffelende, so dass man gern gleich mit der zweiten Staffel fortsetzt. 

Eric Stonestreet und Jesse Tyler Ferguson

Inszeniert ist das Ganze wie eine Dokumentation. Dabei gibt es beobachtende Szenen und Interviewszenen, in denen oft Handlungen kommentiert werden. Das birgt viel Humor und man gewöhnt sich schnell an diese Inszenierungsart, die viel damit arbeitet, dass die Personen sich vor der Kamera sich profilieren wollen oder sich rechtfertigen. So sind die Interviewszenen gelungene Off-Kommentare, welche den Folgen noch mehr Würze verleihen. Das würde natürlich nicht funktionieren, hätten die Serienmacher nicht einen wunderbaren Cast zusammengestellt. Dabei arbeiten bekannte DarstellerInnen wie Ed O’Neill („Eine schrecklich nette Familie“ (1987-1997)), Sofia Vergara („Miss Bodyguard“ (2015)) und Julie Bowen („How to Party with Mom“ (2018)) eng zusammen mit unbekannteren, aber großartigen SchauspielerInnen und perfekt besetzt KinderdarstellerInnen. Man sieht ihnen ihre Spielfreude an und sie gehen in ihren Figuren auf, so dass man sie sich nach der ersten Staffel kaum in einer anderen Rolle vorstellen kann. Im Gesamten bietet die Sitcom einen enormen Unterhaltungswert und lädt zum Durchschauen genauso ein, wie zum gelegentlichen Sehen.

Ed O’Neill, Rico Rodriguez und Sofía Vergara

Fazit: Die amerikanische Sitcom „Modern Family“ erzählt von einer Großfamilie, die viele unterschiedliche Charaktere zusammenbringt und berichtet von ihrem alltäglichen Leben. Gewürzt ist sie dabei mit viel Humor, einem gut funktionierenden Mockumentary-Stil, und viel Herz, das die Serie vor allem ihren Darstellerriege verdankt. So liefert „Modern Family“ wunderbare Unterhaltung für Zwischendurch.

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „Modern Family“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle:

Ein Gedanke zu “„Modern Family“ (Staffel 1, 2012)

  1. Wir haben vor einigen Wochen in die Serie einfach mal reingeschaut und nun sind wir schon bei Staffel 9 und sind traurig, dass sie bald zu Ende ist. Erstaunlich, dass das Niveau über so viele Staffeln erhalten geblieben ist. Ich liebe den Humor der Serie und natürlich allen voran Phil!

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