„Spielzeugland“ (2007)

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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2007

Filmkritik: Der deutsche Regisseur Jochen Alexander Freydank, der vor allem fürs Fernsehen arbeitet und u.a. ein paar „Tatorte“ realisiert hat, wurde im Jahr 2009 auf der 81. Oscarverleihung als zweiter Deutscher (nach Pepe Danquart für „Schwarzfahrer“ (1993)) für seinen Film „Spielzeugland“ (ET: „Toyland“) mit dem Oscar für den ‚Besten Kurzfilm‘ ausgezeichnet.   

Die beiden Jungen Heinrich Meißner (Cedric Eich) und David Silberstein (Tamay Bulut Özvatan) sind Nachbarn und Freunde. Als dem jüdischen Jungen 1942 die Deportation droht, greift Heinrichs Mutter Marianne (Julia Jäger) auf eine Notlüge zurück und erzählt ihrem Sohn, dass David ins Spielzeugland reise. Da möchte aber nun der junge Heinrich ebenfalls hinfahren.

Cedric Eich und Tamay Bulut Özvatan

Der Autodidakt und Filmemacher Jochen Alexander Freydank, Jahrgang 1967, hatte am Anfang große Schwierigkeiten sein Projekt an den Mann zubringen. Er, der selbst mehrmals von Filmhochschulen abgelehnt wurde, brauchte drei Jahre um die notwendigen 30.000 Euro zusammen zu bekommen und drehte dann den 14-minütigen Kurzfilm in fünf Tagen ab. Doch seine Beharrlichkeit zeichnete sich aus, denn nachdem ihn deutsche Festivals eher verschmäht haben, wurde der Film international mehrfach ausgezeichnet und erhielt zur Krönung den Oscar für den ‚Besten Kurzfilm‘ auf der 81. Oscarverleihung 2009. Das ihm das gelang, verdankt der Film seiner Geschichte, welche durch zeitliche Verschachtelungen, einen überraschenden Kniff und seine Ansiedlung im Nationalsozialismus überzeugt. Hinzu kommt eine große Portion Gefühl. Warum der Film aber in Deutschland weniger gut ankam, könnte vor allem an dem schrecklich hölzernen Spiel aller DarstellerInnen liegen. Dadurch geht immens viel Spannung, Emotionalität und vor allem Authentizität verloren. Ansonsten hätte der Film großes Potential gehabt, aber im deutschen Originalton wird das Filmerlebnis stark geschmälert. Umso überraschter ist man über den Oscargewinn, mit dem er sich einen Platz in der Filmgeschichte gesichert hat, aber vermutlich funktioniert er für Nicht-Muttersprachler einfach besser.

Am Set des Films „Spielzeugland“

Fazit: Auf der 81. Oscarverleihung gewann der deutsche Filmemacher Jochen Alexander Freydank, der sich alles selbst beigebracht hat, mit seinem Kurzfilm „Spielzeugland“ den Oscar für den ‚Besten Kurzfilm‘ und bekam damit eine überraschende Ehrung, denn der Kurzfilm besitzt leider nicht zu übersehende Mankos, auch wenn die Geschichte selbst genug Potential besitzt. 

Bewertung: 5/10

Der komplette Kurzfilm „Spielzeugland“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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