„Forgotten Lands“ (2019)

Dokumentation / Frankreich / 2019

Filmkritik: Die französische Dokumentarfilmerin und Fotografin Amélie Cabocel beschloss, mit einem Fotografie-Projekt das Leben ihrer Großmutter sowie ihrer Freunde und Verwandten einzufangen. Dabei entstand auch das filmische Portrait „Forgotten Lands“ (OT: „Les Blanches Terres“, Frankreich, 2019), das auf dem 63. DOK Leipzig seine internationale Premiere feierte.

Die 86-jährige Michelle lebt auf dem Land und folgt ihrer täglichen Routine. Dabei trifft sie sich mit Freunden und Verwandten, geht zum Bingo und genießt die Zeit beim Fotoalben anschauen oder Traueranzeigen-Lesen. Als ihre Enkelin mit einer Foto- und dann einem Ausstellungsprojekt um die Ecke kommt, nimmt sich die schlagfertige Witwe dieser ebenso mit viel Schwung an.

Amélie Cabocel

In einer verlassenen Gegend in Lothringen (Frankreich) lebt die 86-jährige Witwe Michelle und begegnet dem Alltag mit viel Gelassenheit und Humor. Ihre Enkelin ist die Fotografin und Filmemacherin Amélie Cabocel (*1983). In einer Foto-Ausstellung möchte sie ihre Oma und deren Freunde und Verwandte festhalten. Dafür besucht sie ihre Großmutter und stellt fest, dass sie mehr von ihrem Leben festhalten will und beginnt ihren Dokumentarfilm über sie und die Entstehung des Fotoprojekts zu drehen. Über die Zeitspanne eines Jahres begleitet die Filmemacherin sie immer wieder bei ihren täglichen Aktivitäten, unterhält sich mit ihr und arbeitet an der Umsetzung des Fotoprojekts, an deren Ende eine Ausstellung auf die Beine gestellt wird. Cabocel gelang damit ein einfühlsames Portrait der älteren Generation, wie sie sich fühlen und wie sich ihr Alltag vor allem in abgelegenen Gebieten gestaltet. Dabei verzichtet sie auf Sentimentalität oder auf einen rückwärts gewandten Blick, sondern feiert das Leben im Jetzt. Dazu trägt ihre Großmutter mit ihrer resoluten Art und ihrem Charme viel bei. Der Film ist, wie seine ProtagonistInnen, nicht aufregend, sondern ruhig und folgt einem gewissen, entspannten Rhythmus, wie das Leben selbst in diesem kleinen Ort. So ist Cabocel ein charmanter Film gelungen, der sich mit einem liebevollen Blick mit der Generation der Älteren beschäftigt und zeigt, dass ein Leben auch einfach gelebt werden kann.

Amélie Cabocel

Fazit: Der französische Dokumentarfilm „Forgotten Lands“ von Amélie Cabocel ist ein sanftes Portrait ihrer Großmutter, welche sich auf dem Land ein entspanntes Leben eingerichtet hat, deren Freunde und einem Fotoprojekt der Filmemacherin selbst. Über ein Jahr besucht die Enkelin und damit die ZuschauerIn sie immer wieder und fängt auf ruhige Weise und mit einem starken Fokus auf die Personen das Leben dieser Generation ein.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Forgotten Lands“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.