„Rise“ (2019)

Kurzfilm / Brasilien, Kanada, USA / Experimental / 2019

Filmkritik: Der Kurzfilm „Rise“ von Bárbara Wagner und Benjamin de Burca, der auf der 69. Berlinale mit dem AUDI Short Film Award ausgezeichnet wurde, lief auch im ‚Internationalen Wettbewerb‘ des 32. Filmfest Dresden und erzählt in poetischer Form vom Leben als People of Color.

In einer fast leeren U-Bahn-Station in Toronto erzählen Männer und Frauen, meist mit karibischen Wurzeln, mit Gesang, Tanz und Poesie von ihrem Leben.

Das Künstler-Duo Bárbara Wagner (*1980) und Benjamin de Búrca (*1975) gibt (meist jungen) schwarzen Menschen eine Bühne. In einem menschenleeren Gebäude finden sie ihre Art sich auszudrücken. Sei es über die Worte, den Gesang oder die Bewegungen. Die meisten gehören zu der Künstlergruppe R.I.S.E. (Reaching Intelligent Souls Everywhere) und stehen für eine sich selbst behauptende, starke Kunst schwarzer Menschen. Viele von ihnen sind Einwanderer der ersten oder zweiten Generation aus der Karibik und erzählen von ihrem Leben. Die ProtagonistInnen finden dafür ihre eigene Sprache, erzählen von ihren Gefühlen und Problemen. Durch die sterile Umgebung wird der Fokus ganz auf die KünstlerInnen gelegt und gibt ihnen genügend Raum sich zu entfalten. Gleichzeitig betont die Leere das Melancholische und fängt die ZuschauerInnen mit ihrer eindringlichen Stimmung ein. Der Kurzfilm ist ein poetische, musikalische Reise, der zu recht auf vielen Festivals lief und ausgezeichnet wurde u.a. erhielt er in Dresden eine Lobende Erwähnung.

Fazit: Das Filmemacher-Gespann Bárbara Wagner und Benjamin de Burca hat zusammen mit der Künstlergruppe R.I.S.E den Kurzfilm „Rise“ geschaffen, der mit Worten, Gesang und Tanz das Fühlen und Denken schwarzer EinwanderInnen einfängt. In einer dichten Atmosphäre inszeniert, zieht einen der Kurzfilm mit seiner poetischen Kraft in den Bann und besticht wunderbar als Kunst-Film-Hybrid.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Rise“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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