Sieben Fragen an Simon Denda

Holger Jungnickel

Interview: Im Gespräch mit dem Filmemacher Simon Denda konnten wir mehr zu seinem Abschlussfilm „Adisa“, der auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis seine Premiere feierte, erfahren, wie er zu der Geschichte zu seinem Film kam, wie es war in Kenia zu drehen und was ihm dann bei der Realisierung vor und hinter der Kamera wichtig war. 

Dein Film „Adisa“ beruht auf wahren Begebenheiten. Wie kam die Idee dazu, es als Film umzusetzen? 

Ich bin auf die wahre Geschichte hinter „Adisa“ durch eine Dokumentation aufmerksam geworden. Dort war der Unfall allerdings nur eine Randnotiz, die mit dem eigentlichen Thema der Dokumentation nicht viel zu tun hatte. Trotzdem hat mich dieser Unfall nicht mehr losgelassen, da er so zynisch war. Ich habe mich dann immer mehr mit dem Thema Kolonialismus und White Saviour auseinandergesetzt und zusammen mit der Drehbuchautorin Laura Anweiler die Geschichte aufs Papier gebracht.

Ihr habt den Film komplett in Kenia (Afrika) in sieben Tagen gedreht, richtig? Kannst Du mir zu den Dreharbeiten vor Ort erzählen?

Victoria Mayer

Zunächst hatten wir großen Respekt davor in Kenia zu drehen. Mit der Filmcrew in Afrika hatten wir dann aber einen super Partner vor Ort gefunden. Durch sie hatten wir viele Möglichkeiten und am Ende hat es sich nicht mehr wie ein Studentenfilm angefüllt. Alles war super professionell, was es uns überhaupt erst ermöglicht hat dieses große Pensum in nur sieben Drehtagen zu schaffen. Aus Deutschland kamen insgesamt nur sieben Teammitglieder (Cast inklusive), da es uns wichtig war mit den dortigen Filmschaffenden zu arbeiten.

Wie viel Zeit hast Du mit Vorbereitungen und Postproduktion in den Film investiert?

Die Vorproduktion in Kenia waren insgesamt sechs Wochen, wobei sich diese auf drei Zeiträume aufteilte. Die Postproduktion wurde komplett in Deutschland gemacht. Durch Corona hat sich das dann etwas über sechs Monate gezogen.

Was lag Dir visuell am Herzen? Wie wichtig war die Authentizität?

Jackline Wanjiku

Mir war es wichtig ein modernes Kenia zu zeigen, dessen Anspruch es ist mit Europa auf Augenhöhe zu arbeiten. Gleichzeitig hatten wir auch immer einen starken Fokus darauf kein Leid auszustellen. Besonders die letzte Einstellung des Filmes versucht dies zu brechen.

Wie hast Du Deine Hauptdarstellerin Victoria Mayer gefunden? 

Ich habe mich in den bekannten Datenbanken für SchauspielerInnen umgesehen und bin dabei auf Victoria gestoßen. Ich fand sie super und habe mich dann bei ihrer Agentur gemeldet. Die fanden das Drehbuch super und nach einem gemeinsamen Treffen mit Victoria war sie auch schon an Bord.

Kannst Du mir zum Schluss noch etwas mehr von Dir erzählen und wie Du selbst zum Film gekommen bist?

Robert Agengo

Film war meine Jugend, deshalb war für mich auch sehr schnell klar, dass ich in diesem Bereich arbeiten möchte. Die große Frage war aber immer, wie ich das anstellen könnte. Nach einem Praktikum bei einem Spielfilm hat es mich dann in die Lichtabteilung verschlagen und ich war eine gewissen Zeit als Beleuchter und Best Boy unterwegs. Irgendwann kam dann doch der Drang Geschichten erzählen zu wollen, weshalb ich dann in die Regie gewechselt habe.

Der Film war Deine Abschlussarbeit an der HFF. Wie geht es jetzt weiter? Sind bereits neue Projekte geplant?

Aktuell arbeite ich an meinem Debüt und entwickle noch eine Mini-Serie.

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Adisa

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