„Pakeha“ (2020)

Kurzfilm / Neuseeland / Fiktion / 2020

Filmkritik: Auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis feierte der Dokumentar-Kurzfilm „Pakeha“ von Dorian Barbera im Programm ‚MOP-Shortlist: Doku‘ seine Premiere. Er wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Dokumentarfilm, bis er sich entschließt den Blickwinkel zu ändern.

Die Maori sind die UreinwohnerInnen Neuseelands. Auf der Insel kann man als TouristIn viel über sie erfahren, Shows und Dörfer erkunden und deren Welt mit einem klassischen, westlichen Blick erfahren. Doch wie nehmen die Maori diese Besuche wahr?

Der Filmstudent Dorian Barbera (*1995) beschäftigt sich in seiner 17-minütigen Dokumentation „Pakeha“ nur anfänglich mit dem Einfangen der Maori-Kultur in Neuseeland. Der eigentliche Kern seiner Doku ist die Frage, wie die eurozentrische Wahrnehmung der UreinwohnerInnen-Kulturen den Blick zu sehr verengt. Im Film ist der Umschwenkmoment überraschend inszeniert. Auf einmal ist der Filmemacher im Bild und die Maori betrachten ihn. Mit diesem einfachen Twist evoziert Barbera die richtigen Fragen. Inwieweit sind auch Menschen, die nur dokumentieren, ein Teil des Problems? Wie sollte ein Verhältnis auf Augenhöhe aussehen? So schafft es dieser Film, der dafür eine klassische Mischung aus Interviews und Momentaufnahmen wählt, nicht nur zu berichten, sondern in Frage zustellen. Das macht „Pakeha“ zu einem gelungenen, außergewöhnlichen Dokumentarfilm.

Fazit: Der Kurzfilm „Pakeha” fängt mit klassischen Mitteln wie Beobachtungen und Interviews das Leben der Maori auf Neuseeland ein, doch dann verändert der Regisseur Dorian Barbera die Perspektive, evoziert Fragen u.a. ob er selbst ein Teil des Problems ist und schuf so einen gelungenen Film, der einen differenzierten Zugang zu dem Thema bietet.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Pakeha“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.