„I am“ (2021)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2021

Filmkritik: Im Kurzfilm-Wettbewerb des 42. Filmfestival Max Ophüls Preis feierte der Genrebeitrag „I am“ aus der Hand von Jerry Hoffmann, den man vor allem als Schauspieler kennt, seine Premiere. Er vereint dabei in seiner Geschichte gelungen Drama mit Science-Fiction.

Noé (Sheri Hagen) lebt zurückgezogen im Wald, um den Verlust ihrer Schwester zu verarbeiten. Als sie eines Tages die Androidin ELA (Melodie Wakivuamina) findet, repariert sie diese und nimmt sie bei sich auf. Anfänglich scheint diese neue Gesellschaft wohltuend zu sein, doch nach und nach verändert sich ELA.

Der deutsche Genre-Kurzfilm wurde von Regisseur Jerry Hoffmann (*1989) realisiert, der bisher mit seinem Kurzfilm „90%“ und als Schauspieler u.a. in „Hell“ (2015) und „Abikalypse“ (2019) auffiel. Im Zuge seines Studiums an der Hamburg Media School realisierte er auch den Kurzfilm „I am“, der in einer nicht allzu fernen Zukunft spielt, sich mit Künstlicher Intelligenz und damit einhergehenden ethischen Fragen beschäftigt. Im Kern ist der Film eine Art Kammerspiel zweier Frauen, welche eine Verbindung eingehen. Zwar werden dabei klassische Science-Fiction-Themen wie die Entwicklung der Persönlichkeit von Androiden eingebaut, aber der Film ist auch ein Drama über Verlust und Trauer. Der Drehbuchautor Florens Huhn verbindet die beiden Erzählstränge gelungen. Abgerundet wird das Ganze von der soliden Inszenierung des Regisseurs Hoffmann. Meist auf den engen Raum der Waldhütte begrenzt, wird dem Publikum trotzdem bewusst, dass der Film nicht in der Gegenwart spielt. Doch besonders überzeugen die beiden DarstellerInnen Sheri Hagen und Melodie Wakivuamina. Die beiden verkörpern ihre Rollen perfekt und binden so die ZuschauerInnen an die Geschichte. So ist der mittlerweile dritte Kurzfilm von Hoffmann durch und durch gelungen und der geschaffene Kosmos bietet sich an weitererzählt zu werden.

Fazit: Der Science-Fiction-Kurzfilm „I am“ von Jerry Hoffmann beschäftigt sich mit dem klassischen Thema der Künstlichen Intelligenz, verbindet es gelungen mit einer Dramahandlung und wurde gelungen umgesetzt, so dass der Film die BetrachterInnen fesseln kann und diese gern mehr von dieser Welt sehen möchten.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „I am“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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