„Hotel Astoria“ (2020)

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Kurzfilm / Deutschland / Dokumentation / 2020

Filmkritik: Das Cross-Media-Projekt „Hotel Astoria“, erzählt als VR-Projekt und als Kurzfilm die Geschichte eines Leipziger Hotels. Der Film von Alina Cyranek und Falk Schuster feierte auf dem 63. DOK Leipzig seine Premiere.

Bereits 1915 wurde das Hotel Astoria als Grand Hotel in Leipzig eröffnet und war immer für ein feineres Publikum da. Auch in der DDR war das Hotel eine beliebte Adresse für den Staatsapparat, der hier oft ausländische Politiker empfing. In diesem Vorzeigehotel gab es oft Sachen, welche es im restlichen Land nicht gab und es wirkte wie eine Prunk-Insel mitten im Leipziger Grau. 

Jeder BesucherIn der Stadt Leipzig ist im Laufe der Jahre bestimmt das ehemalige Hotel ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs aufgefallen. Die beiden Filmemacher Aline Cyranek und Falk Schuster, der sich mit Filmen wie „Die Weite suchen“ (2015) und „Bei Nacht erwacht“ (2017) einen Namen gemacht hat, erwecken das Hotel und dessen Geschichte nun erneut zum Leben. Nicht nur in ihrem Animationsfilm, sondern auch in einem VR-Film, welcher mit einem Voice Over durch die Räume des Astoria führt, so wie es in DDR aussah. In dem Kurzfilm gehen sie der Geschichte des Hotels in der DDR-Zeit auf kreative Art und Weise auf den Grund. Sie haben nicht nur Originalmaterial zusammengetragen, u.a. Filmschnipsel und Interviews, sondern finden ihren eigenen kreativen Zugang. Mit dem Mittel der Animation fügen sie das Material zusammen, bebildern die Berichte der Interviewten und finden ihre eigene Bildsprache aus Collagiertem und Animiertem. So wird Geschichte lebendig ohne irgendwie ostalgisch zu wirken und zeigt einen gelungenen Weg wie man Stadtgeschichte sehr ansprechend gestalten kann.

Fazit: Der Animationsfilm „Hotel Astoria“, der zusammen mit einem VR-Film als Crossmedia-Projekt entstand, erzählt die Geschichte eines Hotels, das in der DDR dem Staatsapparat diente sowie ausländische Gäste empfing. Mit collagierten Bildern, Originalmaterial und passenden Animationen lassen die beide FilmemacherInnen Alina Cyranek und Falk Schuster die Geschichte des Hotels aufleben und erzählen mit viel Schwung und Lebendigkeit Stadtgeschichte.  

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Hotel Astoria“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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