„Die Waschmaschine“ (2020)

Kurzfilm / Österreich, Deutschland / Fiktion / 2020

Filmkritik: Der erste Kurzfilm im Masterstudium des österreichischen Filmemachers Dominik Hartl – „Die Waschmaschine“ – ist eine realitätsnahe Geschichte über das Bedürfnis auf eigenen Füßen zu stehen, die ebenso irrationale Ängste thematisiert.

Simon (Thomas Schubert) und Lea (Brigitta Kanyaro) sind genervt von ihrer defekten Waschmaschine. Sie benutzen das Internet, um sie auf leichte Weise loszuwerden. Hassan (Aziz Çapkurt) meldet sich auf ihre Anzeige, in der mit keinem Wort erwähnt wird, dass die Waschmaschine defekt ist, sondern nur, dass sie selbst abgeholt werden muss. Als sich Hassan am nächsten Tag wegen einer Überschwemmung beschwert, bekommt es Simon mit der Angst zutun.

Der 25-minütige Kurzfilm erzählt eine Geschichte direkt aus dem Leben. Mit viel Humor und Leichtigkeit fängt der Regisseur Dominik Hartl (*1983), der auch das Drehbuch dafür schrieb, die Geschichte eines jungen Paars ein, das sich in dem Übergang zur Selbstständigkeit befindet. Hier geht es um die Paardynamik, aber auch um ganz klassische menschliche Schwächen wie falscher Stolz und irrationale Ängste. Mit dem zweiten Punkt greift er zudem noch rassistische Vorurteile auf, welche im Kopf des Protagonisten schlummern, ohne dass er sich dessen bewusst ist. Dadurch entsteht auch noch ein gewisses Maß an Spannung, da es die Figur Simon schafft, seine Paranoia ein wenig auf das Publikum zu übertragen. Gleichzeitig wird das Ganze aber mit Humor abgefedert und offenbart so den eigentlichen Kern der Geschichte. Den Film hat Hartl im authentischen Look umgesetzt und fand auch mit Thomas Schubert, Brigitta Kanyaro und Aziz Çapkurt die drei perfekten DarstellerInnen, welche ihren Figuren sehr viel Leben einhauchen. So ist der Kurzfilm insgesamt gelungen, da er verschiedene Themen miteinander kombiniert und damit wunderbar unterhalten kann. 

Fazit: „Die Waschmaschine“ ist ein Kurzfilm des Filmemachers Dominik Hartl und zeigt welche Ängste in uns verborgen liegen. Es portraitiert eine Lebensphase, in der man versucht sich selbst zu festigen und anzukommen. Stimmig umgesetzt und gut besetzt überzeugt der Film als lebensnahe, unterhaltsame Geschichte.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Die Waschmaschine“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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