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Filmkritik: Der Spielfilm „Fuchs im Bau“ (Österreich, 2020) ist die fünfte Regie-Arbeit des iranischen Filmemachers Arman T. Riahi, der nach realen Vorbildern die Geschichte eines Gefängnislehrers erzählt und damit auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis 2021 drei Preise gewinnen konnte.
Hannes Fuchs (Aleksandar Petrović) tritt nach einem persönlichen Rückschlag eine neue Stelle in einer Wiener Gefängnisschule an. Dort wird soll er die Pädagogin Elisabeth Berger (Maria Hofstätter) ablösen und lernt zuvor aber noch ihre unkonventionellen Methoden kennen. Doch Berger will die Schule und ihre Schützlinge nicht verlassen. Fuchs selbst tut sich etwas schwer damit sich in das System einzuleben, lernt aber doch die jungen Häftlinge immer besser kennen und nimmt sich der schweigsamen Insassin Samira Spahić (Luna Jordan) an.
Im Zuge seines ersten Dokumentarfilms („Schwarzkopf“ (2011)) recherchierte der iranische Filmemacher Arman T. Riahi (*1981) in der Gefängnisschule der Justizanstalt Wien Josefstadt. Dabei traf er auf den Sonderpädagogen Wolfgang Riebniger, der mit seinen ungewöhnlichen Methoden die SchülerInnen erreichen konnten. Nach dieser Person entstand die Figur der Elisabeth Berger. Um sie herum schuf er die Geschichte des neuen Lehrers, der sich mit eigenen Altlasten in einer neuen Umgebung eingewöhnen muss. Mit ihm zusammen lernen wir den Alltag in dem Jugendgefängnis kennen und vor allem die Bedeutung von Lernen, Schule und Weiterentwicklung in solch einem Umfeld. Dabei bedient sich Riahi, der auch das Drehbuch schrieb, geschickt eines frischen Blicks, um in die Umgebung einzuführen. Diese hält er mit höchsten Authentizitätsanspruch (gedreht wurde in einem echten Gefängnis) fest, benutzt dafür eine zurückgenommene, aber nahe Bildsprache und eine reduzierte Farbpalette. Riahi setzt den Finger auf die richtigen Wunden, auch wenn es ihm größtenteils leider nicht gelingt, Nähe zu den Figuren zu schaffen. Das Publikum bezieht hier vor allem eine beobachtende Position. So wirkt der Film wie eine Bestandsanalyse und zeigt den ZuschauerInnen eine Welt, die sie vermutlich nicht kennen. Dafür konnte der Film auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis drei Auszeichnungen gewinnen, u.a. für die ‚Beste Regie‘ und den ‚Fritz-Raff-Drehbuchpreis‘.
Fazit: „Fuchs im Bau“ ist der dritte Spielfilm des iranischen Filmemachers Arman T. Riahi und feierte auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis seine Premiere. Er ist eine realitätsnahe Geschichte aus dem Alltag eines Gefängnis und stellt intuitiv die richtige Fragen. Auch wenn die Figuren und ihre Schicksale keine Nähe zulassen, ist der Film trotzdem ein gelungener Einblick in einen unbekannten Kosmos.
Bewertung: 6,5/10
Trailer zum Film „Fuchs im Bau“:
geschrieben von Doreen Matthei
Quellen:
- 42. Filmfestival Max Ophüls Preis 2021 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb Spielfilm‘)
- Wikipedia-Artikel über den Film „Fuchs im Bau“
- Susanne Burg und Patrick Wellinski, ‚Spielfilm „Fuchs im Bau“ – Kein Ort für Zukunftsperspektiven‘, deutschlandfunkkultur.de, 2021
- Simin Sadeghi, ‚Max Ophüls Preis: SR Talk: Fuchs im Bau‘, ardmediathek.de, 2021
- Christian Klosz, ‚„Fuchs im Bau“ von Arman T. Riahi („Die Migrantigen“) eröffnet Diagonale 2021‘, filmpluskritik.com, 2020
