„Zawal – Vor dem Ende“ (2020)

Kurzfilm / Deutschland, Frankreich / Fiktion / 2020

Filmkritik: Ebenfalls auf dem auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis in der Reihe ‚Atelier Ludwigsburg-Paris‘ (zur Zeit auf Arte) konnte man den Kurzfilm „Zawal – Vor dem Ende“ (OT: „زوال“) von Mujtaba Saeed sehen. Der Regisseur findet hier seinen eigenen Zugang, um von der Situation der Geflüchteten in einer Pandemie zu erzählen.

Adam (Paolo Al Shahhaf) lebt zusammen mit seiner Mutter (Diana Kadah) in einem Geflüchtetenheim. Als eine unbekannte Pandemie die Welt in Angst und Schrecken versetzt, erkennt der achtjährige Junge zu spät die Gefahr und schleicht sich aus seinem Zimmer, um in der Küche etwas zu essen zu holen.  

Paolo Al Shahhaf

Während der Projektentwicklung zu seinem neuesten Kurzfilm im Rahmen des Seminars ‚Atelier Ludwigsburg-Paris‘ brach über die Welt die Corona-Pandemie herein und die teilweise prekäre Lage von Geflüchteten wurde noch schlimmer. So war dem in Saudi-Arabien geborene Regisseur und Drehbuchautor Mujtaba Saeed klar, dass er dies in seinen Kurzfilm einfließen lassen muss. Er entwickelte ein Skript, das eine Geschichte über eine Geflüchtetenunterkunft in einer Pandemie erzählt. Dabei lässt er den Rahmen absichtlich offen, so definiert er weder die Pandemie noch den Ort der Handlung konkret, denn er erzählt hier eine universelle Geschichte über Angst. Doch er beschäftigt sich nicht nur mit den Strukturen der Angst, welche die Menschen auseinandertreiben kann, sondern auch mit dem kindlichen Blick auf solche Ereignisse. Seine achtjährige Hauptfigur, sehr gut besetzt mit Paolo Al Shahhaf, kann die Lage nicht im gleichen Maße einschätzen und bewahrt sich so auch ein Stück seines Kindseins. Diesen Blick greift der Regisseur auf und erzählt eine gelungene Geschichte mit einem aktuellen Thema, aber aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel. 

Fazit: Der deutsche Kurzfilm „Zawal – Vor dem Ende“ handelt von einer Pandemie und welche Auswirkungen diese, vor allem die umgreifende Angst, auf die Menschen in Geflüchtetenunterkünften hat. Dabei beschäftigt sich der Regisseur Mujtaba Saeed universell mit dem Thema und findet die richtige Bildsprache, um seine Geschichte aus der Sicht eines kleinen Jungens zu erzählen. 

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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