„Ninjababy“ (2021)

Filmkritik: Schwangerschaften und im Speziellen ungeplante Schwangerschaften sind kein neues Thema im Drama und auch im Komödienbereich. Doch die norwegische Regisseurin Yngvild Sve Flikke gibt diesem bekannten Thema in ihrem Spielfilm „Ninjababy“ (OT: „Ninjababy“, Norwegen, 2021), der seine internationale Premiere auf der 71. Berlinale 2021 feierte, neuen Schwung und vereint alle Aspekte in einer mitreißenden Dramödie.

Die junge Rakel (Kristine Kujath Thorp) weiß noch nicht so richtig, wohin mit ihrem Leben, und ist noch mitten dabei dieses zu planen. Als sie auf einmal schwanger wird, gerät ihre Welt aus den Fugen. Zu einem hat sich das Kind wie ein Ninjababy angeschlichen, da es ein halbes Jahr unbemerkt blieb, und zum anderen weiß Rakel nicht, wer der Vater ist. Es könnte ihr gelegentlicher Sexpartner sein, den sie nur Dick Jesus (Arthur Berning) nennt, oder ihr Karate-Lehrer Mos (Nader Khademi). Aber nicht nur das, in all dem Trubel muss sie auch noch rausfinden, ob sie überhaupt Mutter sein will und wie es nach der Geburt weitergehen soll.

Kristine Kujath Thorp und Nader Khademi

Die norwegische Filmemacherin Yngvild Flikke (*1974) erzählt in ihrem Film, für den sie auch das Drehbuch schrieb, im Kern eine klassische Geschichte. Eine ungewollte Schwangerschaft brachte schon in vielen Filmen wie bei „Juno“ (2007) den Stein zum Rollen. So auch hier. Daraus entspinnen sich viele Fragen: Wie wird sich das Leben verändern? Wie weit will ich als werdende Mutter diese Verantwortung übernehmen und was wird eigentlich aus meinen Träumen. Flikke entscheidet sich dafür, die Geschichte trotz einiger Überspitzungen nah an der Realität anzusetzen und gewinnt viel Stärke daraus, dass sich alles so echt anfühlt. Denn unsere Heldin ist eine junge Frau wie sie authentischer nicht sein kann und wird wunderbar von Kristine Kujath Thorp verkörpert. So ist die ZuschauerIn schnell auf ihrer Seite und nimmt jede Hürde mit ihr. Ihr Zwiespalt wird genauso spürbar wie ihre Art zu leben. Trotz einer starken Realitätsnähe, welche auch ernste Töne zulässt, wie u.a. den Zweifel ob sie überhaupt Mutter sein will, ist der Film äußerst leichtfüßig inszeniert und bringt mit seinem teilweise bissigen Humor das Publikum zum Schmunzeln. Mit einer Kameraführung, die nah an der Protagonistin bleibt, und den eingebauten 2D-Animationen, welche dem Baby eine Stimme geben und in den Dialog mit der werdenden Mutter treten lassen, schuf sie einen

Kristine Kujath Thorp

gelungenen Rahmen für diese durch und durch sympathische Dramödie, die das Rad nicht neu erfindet, aber das Thema schön variiert und die ZuschauerInnen mit viel Sympathie und Humor in Beschlag nimmt.

Fazit: Die Dramödie „Ninjababy“ von Yngvild Sve Flikke erzählt beschwingt von dem schwierigen Weg einer ungewollten Schwangerschaft, findet mit Kristine Kujath Thorp die perfekte Hauptdarstellerin und schafft es, wahre Worte und Gedanken mit gut pointierten Humor zu verbinden.  

Bewertung: 8/10

Kinostart: unbekannt

Trailer zum Film „Ninjababy“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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