„Silence of the Fish“ (2019)

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Kurzfilm / Deutschland, Island, Dänemark / Fiktion / 2019

Filmkritik: In dem Kurzfilm „Silence of the Fish“ (OT: „Þögn Silungsins“), der im ‚Nationalen Wettbewerb‘ des 33. Filmfest Dresden lief, erzählt die Regisseurin Hilke Rönnfeldt von einem schwierigen Mutter-Tochter-Verhältnis in der kargen Abgeschiedenheit Islands.

Saga (Helena Heðinsdóttir) lebt zusammen mit ihrer Mutter Hilgur (Halldóra Geirharðsdóttir) auf einer kleinen Fischfarm abseits der größeren Städte in Island. Während die Mutter hart daran arbeitet, dass die Lebensgrundlage weiterhin bestehen bleibt, malt sich Saga, welche immer die einzige Hilfe für ihre Mutter war, insgeheim ein anderes Leben aus.

Die in Deutschland geborene und in Island lebende Filmemacherin Hilke Rönnfeldt beschäftigt sich in ihrem 20-minütigen Kurzfilm „Silence of the Fish” mit einem schwierigen Mutter-Tochter-Verhältnis, das durch die Abgeschiedenheit des Ortes noch verstärkt wird. Mit wenig Worten, aber klaren Bildern zeigt sie, wie eine junge Frau versucht, ihr eigenes Leben abseits ihrer Mutter zu beginnen, deren einzige Stütze sie bisher immer war. So ist in dem Mutter-Tochter-Portrait auch eine zarte Coming-of-Age-Geschichte versteckt. Auch Island selbst, die Abgeschiedenheit der kleinen Fischfarm, die Weite und auch Kühle des Landes spielen in dem Film eine Rolle und spiegeln die Probleme ihrer Protagonistinnen auch landschaftlich wieder.

Helena Heðinsdóttir

Rönnfeldt konnte das Projekt direkt auf einer realen Fischfarm umsetzen und fand in bläulichen Farben und mit einer gelungenen Kameraarbeit die richtigen Bilder für ihre Geschichte. Getragen wird das Ganze zudem von dem starken Cast. Halldóra Geirharðsdóttir und Helena Heðinsdóttir als Mutter-Tochter-Gespann machen in der Kürze der Zeit das schwierige Verhältnis deutlich, in dem vieles ungesagt bleibt. So ist „Silence of the Fish“ durch und durch ein gelungenes Drama, das stark in der Realität verankert ist und so auf unaufdringliche Weise die ZuschauerInnen auch emotional erreichen kann. 

Fazit: „Silence of the Fish“ ist ein Kurzfilm der Regisseurin Hilke Rönnfeldt, welche hier von einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung sowie von der Emanzipation einer jungen Frau erzählt. Dafür findet sie nicht nur die richtigen Schauspielerinnen sondern auch eine gelungene, realitätsnahe Inszenierung, so dass der Film im Gesamten die ZuschauerInnen berühren kann.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Silence of the Fish“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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