„New Gods“ (2020)

Kurzfilm / Schweiz/Frankreich / Dokumentation / 2020

Filmkritik: Der Kurzfilm „New Gods“ (OT: „Les Nouveaux Dieux“) des französischen Filmemachers Loïc Hobi, der auf dem 33. Filmfest Dresden den Goldenen Reiter der Jugendjury im Internationalen Wettbewerb gewann, ist ein eindringliches Dokument über die Incel-Bewegung, der sich der Regisseur auf visuell und erzählerisch experimentelle Weise nähert.

Der Benutzer LonerWolf58 teilte im Internet seine Gedanken mit der Welt. Als ein Teil der Incel-Bewegung entschließt er sich zu handeln. Wie kann man seine Spuren im Internet verschwinden lassen?

Vor einigen Jahren begann ein junger Mann aufgrund seiner emotionalen Gesinnung und dem Zugehörigkeitsgefühl zur Incel-Bewegung, welche von sexuell frustrierten weißen Männer getragen wird, mehrere Morde. Seine Videos, welche seine Meinungen klar kundtun, fesselten diverse ZuschauerInnen auf medialen Plattformen. Der in der Schweiz geborene Regisseur Loïc Hobi (*1997) begann sich schon früh mit solchen Menschen und ihrer medialen Aufmerksamkeit zu beschäftigen. In seinem 19-minütigen Kurzfilm, der zu Recht von der Jugendjury in Dresden ausgezeichnet wurde, geht er jener Anziehung auf den Grund. Zusammen mit dem Darsteller Hubert Girard und visuellen Entfremdungen nähern sie sich LonerWolf58, seinen Worten und Taten. So entstand ein eindringliches Portrait, das entlarvend und erklärend zugleich ist und die ZuschauerInnen mit seiner ungewöhnlichen Filmsprache in den Bann zieht.

Fazit: Der experimentell inszenierte Kurzfilm „New Gods“ von Loïc Hobi nähert sich der Incel-Bewegung mit dokumentarischen wie entfremdeten Mitteln an und macht so ihr Gedankengut und Gesinnung greifbar. Damit kann der Film nicht nur aufklären, sondern auch emotional bestürzen und zeigt ebenso, dass sich das Dokumentarische gut mit dem Experimentellen vereinen lässt.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „New Gods“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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