„Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ (2021)

Filmkritik: Das Marvel Cinematic Universe, welches 2008 mit „Iron Man“ startete, wird seit Jahren immer größer und erweitert sich in viele Richtungen. Jetzt kommt, nachdem in „Black Panther“ der erste schwarze Superheld zum Leben erwachte, mit „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ (USA, 2021) ein weiterer großer Superheld, diesmal mit chinesischen Wurzeln, hinzu.

Shaun (Simu Liu) führt ein einfaches Leben. Seine Tage verbringt er mit seiner besten Freundin Katy (Awkwafina), entweder bei ihrer gemeinsamen Arbeit als Parkwächter oder im Nachtleben von San Francisco. Aber als eines Tages eine Gruppe gut trainierter Schläger auftaucht und seinen Ring einfordern, gerät die Normalität der beiden aus den Fugen. Shaun der eigentlich Shang-Chi heißt kann sich nämlich wehren und bricht danach nach China auf, um sich der Gefahr aber auch der Vergangenheit in der Form seines übermächtigen Vaters Wenwu (Tony Leung Chiu Wai), der durch die Kraft der zehn Ringe schon lange lebt, zu stellen.

Awkwafina und Simu Liu

Der mittlerweile 25. Marvel-Film stammt aus der Hand des Regisseurs Destin Daniel Cretton, der u.a. „Schloss aus Glas“ (2017) und „Just Mercy“ (2019) schuf. Zusammen mit dem Drehbuchautor Dave Callaham („Godzilla“ (2014), „Wonder Woman 1984“ (2020)) kreierte er den perfekten Auftaktfilm für eine neue Riege Superhelden. Angesiedelt in der amerikanischen Asian-Community wird so die Differenzierung der Riege der bis vor kurzem vor allem weißen männlichen Helden vorangetrieben. Gleichzeitig wird mit einem popkulturellen Klischee, dem des bösen Asiaten – des Mandarins – augenzwinkernd aufgeräumt. Der Film ist in vielfältiger Weise eine klassische Superhelden-Geschichte samt traumatischer Vergangenheit, Loslösung vom Vater und der Suche nach der eigenen Identität. Doch dann ist er auch wieder wunderbar modern, baute wichtige Themen ein und besitzt den großartigen Marvel-Humor. So werden alle Elemente – Action, Gefühl und Humor – wunderbar in Waage gehalten und bieten 132 Minuten lang Kinospaß.

Meng’er Zhang, Simu Liu und Awkwafina

Das liegt natürlich auch an der tadellosen Umsetzung. Die CGI-Effekte, die u.a. einen Drachen zum Leben erwecken, gehen wunderbar Hand in Hand mit gut choreographierten Action-Szenen, die vor allem durch gut gewählte Schauplätze, wie in einem Bus oder an der Außenfassade eines Hochhauses, zusätzliche Wirkung entfalten. Hier werden gelungen klassische Kampfkunst-Moves mit humorvollen Einfällen kombiniert. Der bis dahin eher unbekannte Hauptdarsteller Simu Liu fühlt seine Rolle dabei nicht nur mit beeindruckenden Stunts und Actioneinlagen aus, sondern auch mit der richtigen Portion an Gefühl und Humor – vor allem im Zusammenspiel mit der großartigen Awkwafina, welche wir durch Filme wie „Ocean’s 8“ (2018), „Crazy Rich Asians“ (2018) oder „The Farewell“ (2019) lieben gelernt haben. Aber auch die weiteren Rollen überzeugen, u.a. Tony Leung Chiu Wai als Bösewicht, der doch ein Herz hat und so vor allem aus Liebe handelt sowie Fala Chen als Mutter, die für ihre Familie kämpft. So schmiegen sich die Inszenierung, Besetzung und natürlich auch die Musik, die Effekte und Actionsequenzen alles wunderbar zu einem gelungenen Superhelden-Film zusammen, der viel Freude bereitet und das Universum von Marvel auf sehr sympathische Weise erweitert.

Leung Chiu-wai und Simu Liu

Fazit: Der zweite Film aus dem Hause Marvel, der nach dem Corona-Lockdown in die Kinos kam, liefert alles, was es braucht für gelungene Superhelden-Unterhaltung: Sympathische Charaktere, gut choreographierte Actionszenen, einen Bösewicht, Herz und Magie. Hervorragend durch den Regisseur Destin Daniel Cretton umgesetzt und wunderbar besetzt mit u.a. Simu Liu und Awkwafina. Im Gegensatz zu „Black Widow“, dem ersten Film, der 2021 in die Kinos kam, besinnt sich dieser Film auf die bunte, fröhliche Seite des Genres und lieferte damit perfekte Kinounterhaltung.

Bewertung: 8/10

Kinostart: 2. September 2021 / DVD-Start: 18. November 2021

Trailer zum Film „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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