„Making Babies“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Kanada / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der kanadische Filmemacher Eric K. Boulianne erzählt in seinem Kurzfilm „Making Babies“ (OT: „Faire un enfant“), der auf dem 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 den Internationalen Kurzfilmpreis gewann, davon, wie schwierig es sein kann, ein Kind zu bekommen und wie sehr eine Beziehung darunter leiden kann.

Nachdem Lui (Eric K. Boulianne) und Elle (Florence Blain Mbaye) schon lange ein Paar sind, beschließen sie, ein gemeinsames Kind zu bekommen. Die anfänglichen Versuche sind geprägt von viel Motivation, Freude und Hoffnung. Doch mit den Fehlschlägen wächst der Frust und das überträgt sich auf die Beziehung, so dass sie daran zu zerbrechen droht.

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Eric K. Boulianne und Florence Blain Mbaye

Eric K. Boulianne, der seit Jahren als Drehbuchautor aktiv ist, schuf hier einen ersten eigenen Kurzfilm mit Budget. Zuvor hatte er bereits sechs No-Budget-Kurzfilme realisiert. Das Drehbuch, das sehr realistisch und gefühlvoll ist und darüber hinaus auch noch stimmigen Humor besitzt, stammt aus seiner Hand. Er erzählt die Geschichte des Paares dabei mit so viel Wärme, Offenheit und Sympathie, dass man gar nicht anders kann, als sich in sie hineinzuversetzen und mitzufühlen. Wie kann etwas so schwierig sein, was andere gefühlt tagtäglich hinbekommen? Auch dass man dabei als Paar auf sich selbst zurückgeworfen wird, da man so was nicht offen thematisiert, kann belasten. In nur 20 Minuten schafft es Boulianne, das alles authentisch – auch in der Bildgestaltung – einzufangen. Dass dies so gut funktioniert, liegt auch an der Chemie zwischen den beiden Hauptdarsteller:innen. Er hat den männlichen Part selbst übernommen, da es ihm wichtig war, auch einen atypischen Körper im Film zu haben und an seiner Seite spielt Florence Blain Mbaye die Freundin liebenswert und authentisch. Die Last, die auf ihr als Frau, die das Kind gebären soll, liegt, fängt sie glaubwürdig ein. Eric K. Boulianne ist so ein wunderbarer Kurzfilm gelungen, der noch lange nachhallt und nicht nur wegen der vielen Nacktheit in seinem Film.

Fazit: „Making Babies“ ist ein Kurzfilm von Eric K. Boulianne, der auf sympathische Weise von einem Thema spricht, was ansonsten hinter verschlossenen Türen passiert. Er schafft es dabei authentisch zu bleiben, aber mit gutem Humor und Offenheit den Film nicht zu schwer werden zu lassen. So ist ein rundherum gelungener Kurzfilm entstanden.

Bewertung: 4/10

Den Kurzfilm „Making Babies“ hier anschauen:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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