„My Mother and I“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Niederlande / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der niederländische Kurzfilm „My Mother and I“ (OT: „Ma Mère et Moi“) von Emma Branderhorst, der im Jugendprogramm des 36. Filmfest Dresden 2024 lief, fängt den schwierigen Abnabelungsprozess an der Schwelle zum Erwachsenenleben ein.

Die 17-jährige Kees (Celeste Holsheimer) ist mit der Schule fertig und will weit entfernt von zuhause – im französischen Marseille – ein Studium beginnen. Ihre Mutter Lois (Hannah van Lunteren) bringt diese mit dem Auto an ihren neuen Wohnort. So starten sie eine kleinen Roadtrip, an dessen Ende ein Abschied steht.

In ihrem 19-minütigen Kurzfilm beschäftigt sich die niederländische Regisseurin Emma Branderhorst, die auch das Drehbuch dazu schrieb, mit einem Mutter-Tochter-Verhältnis, das vor einer großen Veränderung steht. Mit viel Feingefühl fängt sie das innige Verhältnis der beiden ein und macht deutlich, wie schwierig es ist (vor allem für die Mutter) loszulassen. Wenn die eigenen Kinder ausziehen, fängt für beide Seiten ein neuer Lebensabschnitt an und damit muss man erstmal umgehen lernen. In dem Fall zieht die Tochter auch noch in ein anderes Land, so dass der Film zum Teil als sommerlicher Roadmovie inszeniert ist. Mit einer guten Wahl der Locations und einer leichtfüßigen Inszenierung mit warmen Farben und natürlichem Licht bringt uns die Regisseurin Branderhorst die Geschichte näher. Die beiden Hauptfiguren werden wunderbar von Celeste Holsheimer und Hannah van Lunteren verkörpert. Sie spielen ihre Verbindung sehr echt, sodass man sich in beide Personen sehr gut reinversetzen und mit ihnen mitfühlen kann. 

Fazit: „My Mother and I“ ist eine gelungene Mutter-Tochter- und Coming-of-Age-Geschichte der niederländischen Regisseurin Emma Branderhorst. Sie fand für ihren Film ein tolles Schauspielerinnen-Gespann und passende Bilder, welche diese Umbruchphase aber auch den sommerlichen Neuanfang mit all den Möglichkeiten wunderbar einfangen.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „My Mother and I“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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