„Everybody Leaves In The End“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der Kurzfilm „Everybody Leaves In The End“ von Simon Schneckenburger, der auf dem 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 u.a. bei den DACH-Lieblingsfilmen lief, ist eine einfühlsame Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau.

Freja (Charleen Elea) haut aus der Jugendvollzugsanstalt ab. Im Gepäck hat sie die Asche ihrer Mutter, die sie unbedingt zu den Nordlichtern ihrer Heimat Schweden bringen will. Doch das will sie nicht alleine tun. Ihr kleiner Bruder Bruno (Benedikt Jenke), der bei einer Pflegefamilie lebt, soll unbedingt dabei sein und so entführt sie ihn kurzerhand.

Im Rahmen seines Studiums an Filmakademie Baden-Württemberg schuf der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Simon Schneckenburger („Borzaya“ (2021)) einen Kurzfilm, der wunderbar Drama mit einer Coming-of-Age-Geschichte kombiniert. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Fragen wie Entwurzelung, was eine Familie definiert und ob diese Verbindung auch schädlich sein kann. Dabei schafft er es, in nur 25 Minuten in die Tiefe zu gehen, was auch an seinen gut geschriebenen Figuren liegt, die von einem großartig besetzten Cast belebt werden. Dabei lag ihm nicht nur bei der Wahl der Darsteller:innen, sondern auch bei der Inszenierung die Authentizität am Herzen. Die Wahl der Spielorte sowie die Farbpalette untermalen mit ihrer Kühle die Gefühle der Protagonistin und ihr Streben, Deutschland zu verlassen. 

Fazit: „Everybody Leaves In The End“ von Simon Schneckenburger ist ein einfühlsamer Kurzfilm, der sich mit komplexen Themen und Gefühlen beschäftigt. Dafür findet der Regisseur und Drehbuchautor eine dichte Inszenierung, eine authentische Bildsprache und sehr gute Darsteller:innen, die ihre Figuren wunderbar zum Leben erwecken.

Bewertung: 8,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Everybody Leaves In The End“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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