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Kurzfilm / Deutschland, Frankreich / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Immaculata“ der Regisseurin Kim Lêa Sakkal feierte auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2024 seine Premiere feierte und wurde auf dem 40. interfilm Berlin 2024 mit dem ‚Best German Film 2nd Prize‘ ausgezeichnet. Für ihre neueste Geschichte, nach dem Drama „Intermezzo“, verwendet sie dieses Mal Genre-Elemente.
Derya (Devrim Lingnau) ist mit Unwohlsein zum Arzt gegangen und er erklärt ihr, dass sie schwanger ist. Doch das ist nicht möglich, da sie noch Jungfrau ist. Als sie zurück im Haus bei ihren Arbeitgebern – dem Ehepaar Rahel (Deleila Piasko) und Jakob (Jan Bluthardt) – ist, tauchen auf einmal göttliche und übernatürliche Zeichen auf. Erlebt sie etwa gerade ein Wunder?
Aus der Beschäftigung mit der biblischen Geschichte von Maria und ihrer jungfräulichen Schwangerschaft, entstand die Idee für einen Kurzfilm, der die biblische Figur ins Heute versetzt und sich fragt, wie die Geschichte aus ihrer Sicht angefühlt hätte. Hinzu kommen noch aktuelle Themen wie Machtausübung in Arbeitsverhältnissen und gesellschaftliche Strukturen insbesondere im Hinblick auf das Arm-Reich-Gefälle. All das kombiniert Kim Lêa Sakkal, die auch das Drehbuch dazu geschrieben hat, mit Genre-Elementen, die sich vor allem aus den Horrorfilmen der 70er und 80er Jahren wie „Rosemaries Baby“ (1968) von Roman Polanski speisen. Aber das Gerne gewinnt hier nie die Überhand, sondern der Kurzfilm bleibt als Drama fest im Realen verhaftet. Doch das eingesetzte Genre-Spiel führt wunderbar in die Irre, so dass der eigentliche Schrecken, der mit Missbrauch zu tun hat, viel stärker wirken kann. Dass der Film so gut funktioniert, liegt auch an seiner stimmungsvollen Umsetzung. Der Film besitzt eine gewisse Zeitlosigkeit und eine Räumlichkeit, die keine Orientierung und Einordnung zulässt. Das Spiel aller Darsteller:innen, allen voran Devrim Lingnau als Derya, die sich unsicher ist, was Realität oder Einbildung ist, zieht die Zuschauer:innen in den Bann. Dazu kommt ein starkes Sounddesign, das unter die Haut geht und das stimmungsvolle Bild des Films abrundet.
Fazit: „Immaculata“ von Kim Lêa Sakkal ist ein Genre-Drama, das sich in einem zeitlosen Gewand mit aktuellen Themen beschäftigt und dabei den Zuschauer:innen überlässt, wie sie den Film deuten wollen. Dafür fand sie eine ansprechende Inszenierung und eine starke visuelle wie auditive Ausgestaltung. So kann man schon jetzt gespannt sein, wie es bei ihr weitergehen wird.
Bewertung: 8/10
Trailer zum Kurzfilm „Immaculata“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 58. Internationale Hofer Filmtage 2024 – Katalog (Programm ‚Kurzfilme‘)
- 40. Interfilm Festival Berlin 2024 – Katalog (Programm ‚Deutscher Wettbewerb‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sechs Fragen an Kim Lêa Sakkal‘, testkammer.com, 2025
- Eintrag des Kurzfilms „Immaculata“ bei der Deutschen Film- und Medienbewertung
- Film und Medien Stiftung NRW, ‚„Immaculata“ von Kim Lêa Sakkal‘, filmstiftung.de, 2024
- Susanne von Kessel-Doelle, ‚Filmfaust in der Reihe Directors‘ Fortnight: „Wir sind die Zukunft des deutschen Films“‘, blickpunktfilm.de, 2024