„The Head on Him“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Irland / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der irische Kurzfilm „The Head on Him“ von Seán Gallen, der im Programm des 40. interfilm Festival Berlin 2024 lief, ist ein Blick zurück auf die eigene Kindheit, die als Komödie vom damaligen Anderssein erzählt.

Nachdem der Jugendliche Jamie (Ethan Lieghio) mit seiner Mutter Sarah (Clare Monnelly) nach Dublin gezogen ist, will er sich anpassen und lässt sich den Afro schneiden. Doch am nächsten Tag ist seine Haarpracht wieder da und hört nicht auf, unaufhaltlich zu wachsen. 

Der irisch-martinikanische Regisseur Seán Gallen, der auch das Drehbuch zu seiner Komödie geschrieben hat, erzählt, wie es war, in einer rein weißen Umgebung aufzuwachsen. Das Jugendlichsein ist schon immer ein schwierige Phase, in der man zu sich selbst finden und auch herausfinden muss, wie schwer es ist, für sich einzustehen. Dazu kommen hier auch noch seine andere Hautfarbe und die Haare, die weitere Unsicherheiten mit sich bringen. Doch statt die Geschichte als Drama oder gar als gewalttätige Milieustudie zu erzählen, entschied sich Gallen für das Genre der Komödie. Er baut ein fantastisches Element – das unaufhörliche Wachstum der Haare – mit ein und bringt damit die Gefühle seines Protagonisten auf amüsante Weise zum Ausdruck. Der Film ist leichtfüßig inszeniert, die Effekte sind handgemacht und die Darsteller:innen, allen voran Ethan Lieghio als Hauptdarsteller, sind sehr gut ausgewählt. So besticht der Film mit allen Tugenden einer Komödie und fängt das Jugendlich-Sein genauso gut ein wie die damalige Zeit. 

Fazit: „The Head on Him“ ist ein Kurzfilm von Seán Gallen. Darin berichtet er in Form einer Komödie aus den 90er Jahren in Irland, welche Herausforderung es damals mit sich brachte ein POC-Jugendlicher zu sein und fand dafür fand er eine amüsante Metapher. 

Bewertung: 8/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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