- Sechs Fragen an Stéphanie Lansaque und François Leroy - 4. Mai 2026
- „Sisowath Quay“ (2026) - 4. Mai 2026
- Jetzt online! – Der Film „Hard Way: The Action Musical“ - 3. Mai 2026
Filmkritik: Der dänische Spielfilm „Die Wärterin“ (OT: „Vogter“, Dänemark/Schweden, 2024) von Gustav Möller, der auf der 74. Berlinale 2024 seine Premiere feierte, ist ein düsteres Drama aus dem Herzen einer Strafanstalt und zeigt, wie leicht Machtverhältnisse verdreht werden können.
Eva (Sidse Babett Knudsen) arbeitet engagiert als Gefängniswärterin und hat stets auch ein offenes Ohr für die Inhaftierten. Doch als ein junger Mann namens Mikkel (Sebastian Bull) eingeliefert wird, verändert sie sich. Sie versucht, ihm nahe zu kommen und lässt sich dafür sogar in den Hochsicherheitstrakt versetzen. Dort nutzt sie ihre berufliche Macht, um den jungen Mann zu schikanieren. Ihre wahren Gründe verschleiert sie, aber irgendwann erkennt Mikkel, dass er mit seinem Wissen über sie ebenfalls Macht hat.
Der zweite Langfilm des dänischen Regisseurs und Drehbuchschreibers Gustav Möller, nach seinem international gewürdigten Debüt „Guilty“ (2018), erzählt ein Drama mit Thriller-Elementen. Er wollte in seinem zweiten Film eine Geschichte aus der Gefängniswelt erzählen und wählte dabei das Duell zweier ungleich gestellter Personen. Welche Macht kann und darf ein:e Wärter:in auf einen Gefangenen ausüben? Wie schwer muss es sein, das Persönliche in diesem Beruf außen vor zu lassen? Was macht es mit jemandem, wenn man über jemanden Kontrolle ausüben kann? All diesen Fragen geht der Film nach. Dabei wählt er eine Inszenierung, die beinahe einem Kammerspiel gleicht. Die bedrückende Gefängnisanstalt wird nicht verlassen und die Farben und das Licht prägen das Bild und die Stimmung des Films. So ist der Film intensiv inszeniert. Doch leider fehlt es den Figuren, die solide von Sidse Babett Knudsen („Borgen – Gefährliche Seilschaften“ (2010-2022)) und Sebastian Bull verkörpert werden, an einer gewissen Zugänglichkeit. Obwohl wir ihre Taten sehen, ahnen wir nur diffus, was sie antreibt. Auch stellt sich keine Nähe ein, so dass die Distanz dafür sorgt, dass man weniger involviert in die Geschichte ist, um es auch emotional zu erleben. Im Gesamten liefert Möller ein stimmig inszeniertes Kammerspiel in der Gefängniswelt, deren Protagonist:innen leider genauso verschlossen sind, wie die Zellentüren.
Fazit: „Die Wärterin“ ist ein Drama mit Thriller-Elementen des Dänen Gustav Möller, der in der Gefängniswelt einen Geschichte über Moral, Macht und Machtumkehr erzählt, das authentisch inszeniert wurde und dabei eine dichte Atmosphäre erzeugt, Großes Manko ist der erschwerte Zugang zu den Protagonist:innen und man nicht so emotional involviert ist, wie man es gerne wäre.
Bewertung: 6,5/10
Kinostart: 20.02.2025
Trailer zum Film „Die Wärterin“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 74. Internationale Filmfestspiele Berlin 2024 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb‘)
- Patrick Wellinski, Berlinale-Kritik – „Vogter“, Studio 9 Podcast, 24.02.2024
- Wikipedia-Artikel über den Film „Die Wärterin – Wikipedia“
- Andreas Köhnemann, ‚Die Wärterin (2024)‘, kino-zeit.de, 2024
- Lida Bach, ‚Die Wärterin – Kritik‘, moviebreak.de, 2024

